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Neues von .jobs, .tel und .free

Keine Woche ohne .jobs: nach wochenlangen Diskussionen um die Freigabe gesperrter Adressen hat die liberalisierte Vergabe begonnen. Von mehr Freiheit träumt auch .tel, während .free mit einem selbstlosen Konzept aufwartet – hier die Kurznews.

Employ Media LLC, Verwalter der Job-Domain .jobs, drückt aufs Tempo: nur wenige Tage, nachdem die Internet-Verwaltung ICANN ihre Zustimmung zur Vergabe bisher gesperrter Adressen gegeben hat, kündigt die Registry an, im Vorfeld der „Request for Proposals“ genannten Ausschreibung ab sofort Interessenbekundungen für .jobs-Domains entgegenzunehmen. Sie bezieht sich auf „geographic, industry, occupation and dictionary terms“, so dass ein weites Feld interessanter Adressen wie auto.jobs oder berlin.jobs eröffnet ist. Die Interessenbekundung ist kostenfrei und keine Voraussetzung, um an der Ausschreibung teilzunehmen, deren Starttermin noch nicht feststeht. Die völlige Freigabe ist damit nicht verbunden; so kann eine .jobs-Domain nur erhalten, wer zu den „qualified applicants“ im Sinne der Vergaberegeln zählt. Hierzu gehören neben Mitgliedern des Sponsors Society for Human Resource Management (SHRM) vor allem berufsmäßige Jobvermittler.

Geht es nach der .tel-Registry Telnic, soll der Spruch „Fasse Dich kurz“ auch für Domains gelten: mit dem Antrag vom 11. August 2010 hat Telnic offiziell bei ICANN um die Freigabe bisher gesperrter .tel-Domains mit einem oder zwei Zeichen gebeten. Ausgenommen bleiben Kürzeln, die anderen Länder-Domains entsprechen, sowie reine Ziffern-Domains. Für die Vergabe hat man den klassischen Dreiteiler mit Ausschreibung (request for proposal), einer Auktion und einer allgemeinen Vergabe nach dem „first come, first served“-Prinzip im Visier. Da .tel-Domains aber in der inhaltlichen Gestaltung engen Grenzen unterliegen, dürfte jedenfalls das Interessen an einer Ausschreibung gering sein. Wann ICANN über den Antrag entscheidet, ist noch offen.

Das im tschechischen Prag ansässige Start-Up dotFree Group hat angekündigt, sich mit einem ungewöhnlichen Konzept bei der Internet-Verwaltung ICANN um eine neue Endung bewerben zu wollen. Jedermann weltweit, egal ob Privatperson, Unternehmen oder Organisation jeder Art, soll unterhalb des Kürzels .free eine eigene Domain erhalten können. Und wie .free schon andeutet, sollen damit keinerlei Kosten verbunden sein. Ganz ohne Ausnahmen geht es jedoch nicht: wer mehr als eine .free-Domain möchte, ist ab US$ 5,– pro Jahr dabei. Außerdem sollen etwa 200.000 .free-Domains von der Kostenlos-Regelung ausgenommen und für ebenfalls US$ 5,– pro Jahr erhältlich sein. Für ihre Vergabe plant die dotFree Group, zweigleisig zu fahren, so dass die Registrierung sowohl über die Registry-Website als auch akkreditierte Registrare erfolgt. Bleibt nur noch abzuwarten, ob sich auch ICANN mit diesem Konzept anfreunden kann.

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