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Neues von .asia, .info und .ca

Da dürften andere Registries aufhorchen: die Versteigerungen von .asia-Domains in der Einführungsphase hat dem Verwalter Millionen in die Kassen gespült. Die bereits etablierte Top Level Domain .info dagegen ruft mit einer geplanten Änderung der Vergaberegeln Kritiker auf den Plan, während bei .ca in Kanada der WHOIS-Schutz ausgebaut wird.

Bei DotAsia, dem Verwalter der neuen Top Level Domain .asia, klingeln die Kassen: in einer Pressemitteilung gab das Unternehmen bekannt, dass die Einnahmen aus der Versteigerung von .asia-Domains in Sunrise- und Landrush-Phase die Schwelle von US$ 3 Mio. überschritten haben, Tendenz steigend. Bei einzelnen Domains lagen die Höchstgebote bei über US$ 80.000,–; die Top 100 verzeichneten einen Durchschnittspreis von je über US$ 10.000,–, darunter promotion.asia (US$ 26.000,–), sushi.asia (US$ 22.500,–) und pos.asia (US$ 20.500,–). Zwei Drittel der Landrush-Auktionen dauern derzeit noch an, so dass Potential für weitere Steigerungen vorhanden ist. Insgesamt prognostiziert DotAsia für das 1. Quartal nach Beginn der Registrierung die Anmeldung der 250.000sten .asia-Domain; dazu beigetragen haben unter anderem die Registrierungen von mehr als 30.000 Markeninhabern weltweit.

Eine von Afilias, Verwalter der Top Level Domain .info, angestrebte Änderung der Vergaberegelungen sorgt unter Policy-Experten für Stirnrunzeln: die zum Schutz vor missbräuchlicher Registrierung gedachte „.info Abusive Domain Use Policy“ soll betonen, dass Afilias illegale Praktiken wie Spamming, Phishing und Pharming nicht akzeptiert, und die akkreditierten Registrare verpflichten, entsprechenden Vorwürfen nachzugehen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Doch der Teufel steckt im Detail: die Policy räumt Afilias bei missbräuchlichem Verhalten die Befugnis ein, Domain-Namen nach eigenem Ermessen zu löschen, transferieren, sperren oder bereits ihre Registrierung zu verweigern. ICANN-Insider George Kirikos kritisiert hieran, dass völlig offen sei, wann eine solche missbräuchliche Handlung vorliegt, zumal sich dies in China anders beurteilen könnte als in den USA, Kanada oder der EU. Zu Ende gedacht, gäbe diese Regelung der Registry das Recht, Domains ihrem Inhaber wegzunehmen; da sich VeriSign dies als Vorbild nehmen könnte, würden ähnliche Änderungen auch bei .com/.net drohen. Wann ICANN über die geplante Policy entscheidet, ist offen; derzeit liegt sie zur öffentlichen Kommentierung aus.

Die kanadische Domain-Verwaltung CIRA (Canadian Internet Registration Authority) modifiziert den Einblick in die WHOIS-Daten: während bei Unternehmen die Inhaberdaten zu einer .ca-Domain weiterhin frei und öffentlich einsehbar sind, gelten bei privaten Inhabern Daten wie Namen, Adresse, Telefonnummer und eMail-Adresse als nichtöffentlich, sofern nicht der Inhaber selbst der Veröffentlichung zustimmt. Im Fall von Rechtsverletzungen etwa durch Cybersquatting oder Straftaten werden die Inhaberdaten aber auf Anfrage bekanntgegeben. Künftig gelten für Domain-Namen unterhalb von .ca somit erheblich erhöhte Datenschutzanforderungen; ob sie nun nicht erst recht Anreiz für illegale Aktivitäten bieten, bleibt abzuwarten.

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