PIR

Registry vergibt Einzeichen-.org-Domains

Unter dem Label Projekt 94 will PIR, Verwalterin der generischen Domain-Endung .org, 94 Domains-Namen, die bisher noch nicht registriert waren, über GoDaddy und eNom versteigern. Darunter findet man 33 Einzeichendomains wie a.org und 1.org.

Am 10. Oktober 2012 gab The Public Interest Registry seine Entscheidung bekannt, 94 Ein- und Zweizeichendomains versteigern zu wollen. Die Domains waren noch nie konnektiert. 2003 übernahm PIR die Verwaltung von .org. Seinerzeit waren die Domains für eine künftige Zuteilung reserviert und als nicht verfügbar für die sofortige Anmeldung deklariert. PIR vergibt diese Domains nun, so heißt es, weil von Seiten der Internetgemeinschaft Interesse an ihnen bekundet wurde. Die Kurzdomains bieten zukünftigen Inhabern hohes Branding- und Marketingpotential, da sie leicht merkbar, vertippfehlerarm und damit bestens kommunizierbar sind. Bewerber um die neuen .org-Domains sind aufgefordert zu dokumentieren, dass sie die .org-Werte hochhalten, einen dezidierten Plan haben, wie sie die Domain nutzen werden, und dass sie über die notwendigen Ressourcen verfügen, ihren Plan umzusetzen. PIR hofft auf großes Interesse und klingelnde Kasse. Die Einnahmen sollen in die Weiterentwicklung neuer Technologien wie DNSSEC investiert werden.

Partner bei der Vergabe sind die Registrare GoDaddy und eNom, über die die Domains versteigert werden. Beiden müsste ein Kontingent von je 47 Domains zur Verfügung stehen. Nach unseren Zählungen der Listen kamen wir auf lediglich 85 Domains, 42 bei GoDaddy und 43 bei eNom. Jedenfalls sorgen sie dafür, dass die Domain an Unternehmungen und Organisationen vergeben werden, die das Vertrauen und den Wert, der mit einer .org-Domain einhergeht, respektieren. Termine für die Versteigerungen stehen noch nicht fest, jedenfalls sollen sie jeweils zehn Tage dauern. Domain-Investoren haben so ihre Schwierigkeiten mit den anstehenden Auktionen, kommen sie doch aufgrund der Anforderungen für die Bieter um die Domains nicht als zukünftige Inhaber in Betracht, da von ihnen kaum Geschäftsmodelle zu erwarten sind, die dem Ethos von .org gerecht werden.

Der Grund für die Versteigerung der .org-Domains zu diesem Zeitpunkt dürfte auch darin zu sehen sein, dass der Wert der Domain mit Einführung neuer Endungen rapide fallen könnte und sie später weniger einbringen würden als gerade jetzt, da absehbar ist, dass die neuen Domains noch einige Zeit auf sich warten lassen. Ein solches wirtschaftliches Interesse seitens PIR wäre verständlich und vernünftig.

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