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Ansturm auf Zifferndomains bleibt aus

Der Ansturm auf die neu eingeführten Zifferndomains unter der österreichischen Top Level Domain .at fiel bisher mau aus. Warum die Vergabestelle Nic.at gleichwohl allen Anlass hat, optimistisch in die Zukunft zu blicken, verriet ihr Geschäftsführer Richard Wein in einem aktuellen Interview.

„Ein Knaller waren die Zifferndomains jedoch nicht“ – mit diesen offenen Worten beschrieb Nic.at-Geschäftsführer Richard Wein in einem Interview mit pressetext.austria die Situation rund um die im September des letzten Jahres eingeführten, reinen Zahlendomains. Gerade einmal ca. 1.500 dieser Domains sind derzeit registriert, was die eigenen hoch gesteckten Erwartungen bisher zumindest nicht erfüllen kann. Die grundsätzliche Entscheidung, Zifferndomains zuzulassen, hält Wein jedoch unverändert für sinnvoll und richtig, zumal keine technischen Hürden bestehen, die dagegen sprechen – eben dieses Argument wird von der deutschen Domain-Verwaltung DENIC eG gegen die Einführung dieser (unter .com oder .net selbstverständlichen) Adressen ins Feld geführt. Das Wachstumspotential von .at hält Wein im übrigen für noch nicht ausgereizt: vor kurzem wurde die 750.000ste Domain registriert, und Monat für Monat legt die Landesendung der Alpenrepublik um zweistellige Prozentwerte hinzu. Für das Jahr 2009 rechnet man mit der millionsten .at-Domain.

Klare Position bezog Wein auch in der aktuellen Debatte zwischen Nic.at und der britischen Anti-Spam-Organisation Spamhaus.org. Diese hatte die Nic.at-Mailserver in ihre Spamhaus Block List (SBL) aufgenommen, nachdem man Nic.at zuvor aufgefordert hatte, etwa 80 .at-Domains, die angeblich von der russischen Cybercrime-Gang „Rock Phish“ betrieben werden und unter dem Verdacht stehen, für Phishing-Zwecke missbraucht zu werden, zu löschen. Nic.at verwies auf die geltende Rechtslage, wonach man einen Vertrag mit dem Domain-Inhaber betreffend eine Domain habe, in Phishing-Fällen die Domain-Namen selbst jedoch keine Rechtsverletzungen darstellen. Ob gegen die Sperrung, die zur Blockierung des Mailverkehrs führt und so erheblichen Schaden anrichten kann, vorgegangen wird, prüft Nic.at derzeit juristisch, um ein Einlenken von Seiten Spamhaus´ zu erwirken. Wein unterstrich, dass Nic.at die streitigen Domains bisher weder gelöscht noch gesperrt hat.

Für die Zukunft sieht Wein vor allem in internationalen Domain-Namen (IDN) erhebliches Potential, gerade in Boomländern wie China, Indien oder Russland. Und nicht zuletzt das Massenübel Spam muss bekämpft und unter Kontrolle gebracht werden. An Arbeit wird es Nic.at, die sich nicht zuletzt durch die Entwicklungen rund um die ENUM-Domains einen internationalen Ruf erarbeitet hat, also auch in Zukunft nicht mangeln.

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