Uniregistry

Preiserhöhung wird abgemildert

Die auf den Cayman Islands ansässige Domain-Verwalterin Uniregistry Corp. rudert zurück: nach der Ankündigung, die Gebühren für einen Teil der verwalteten nTLDs drastisch erhöhen zu wollen, hat das Unternehmen nun mitgeteilt, für bereits bestehende Registrierungen Schutzmechanismen zu implementieren.

Der 8. März 2017 hat die Welt der nTLDs schwer erschüttert: an diesem Tag gab Uniregistry bekannt, ab dem 21. August 2017 die Großhandelspreise für 16 nTLDs zum Teil drastisch erhöhen zu müssen. Geringe Registrierungszahlen von unter 5.000 Domain-Namen machen den Betrieb von zum Beispiel .juegos, .guitars oder .hiphop unprofitabel. CEO Frank Schilling geriet daraufhin heftig in die Kritik; so kündigte der weltweit grösste Domain-Registrar GoDaddy an, nTLDs von Uniregistry sowohl für Neuregistrierungen als auch eingehende Transfers jedenfalls vorläufig aus dem Angebot zu nehmen. Die drastische Preiserhöhung lasse keine andere Wahl. Auch die Nutzer äußerten sich in den sozialen Medien empört über die Preiserhöhung und beschworen den Anfang vom Ende der nTLDs.

Um die Geister zu bekämpfen, die man selbst rief, macht Uniregistry nun einen kleinen Rückzieher: am 3. April 2017 versandte die Registry eine weitere Pressemitteilung, wonach neun der am stärksten von der Erhöhung betroffenen Endungen in den Genuss des so genannten »grandfathering« kommen. Konkret erfasst sind .audio, .blackfriday, .diet, .flowers, .guitars, .hiphop, .property, .hosting und .jeugos. Wer demnach aktuell schon eine Domain unter diesen Endungen registriert hat, zahlt auch in Zukunft nur die alten, niedrigeren Gebühren. Stichtag ist dabei der 8. September 2017; alle zuvor registrierten Domain-Namen fallen unter den Schutz des »grandfathering«. Parallel bereitet Uniregistry eine Preisreduzierung für Premium-Domains vor; fast alle dieser besonders attraktiven Domains kosten sodann künftig rund US$ 100,–. Diese Maßnahme will Uniregistry bis zum Ende des 2. Quartals 2017 abschliessen. Schilling betonte, dass davon Millionen von Domains betroffen seien, ebenso wie Millionen an US-Dollar, die dadurch theoretisch an Einnahmen entgehen.

Ob es Uniregistry damit gelingt, die eigene Reputation wieder glattzupolieren, bleibt abzuwarten. »Too little, too late« kommentierte etwa der Domainer Konstantinos Zournas diese Ankündigung.

The damage is done. Trust to Uniregistry is lost in the majority of the domain name community,

so Zournas. Ein kleines bisschen versöhnt zeigte sich zumindest GoDaddy.

We appreciate Uniregistry grandfathering registered names for the most affected TLDs, though the price hikes for some of the other TLDs are still outside of historical industry norms and are still impactful,

so Mike McLaughlin, General Manager of Domains bei GoDaddy. Letztlich entscheiden aber die Nutzer mit ihrem Geldbeutel, wie viel Vertrauen sie in die nTLDs stecken.

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