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Die Angst der Domainer

Shaun Le Cornu stellt in einem Artikel auf Seiten des Internet Strategy Specialist SlamStrategy.com fest, dass Domain-Investoren nichts mit den neuen Domain-Endungen anzufangen wissen und nennt dafür fünf nachvollziehbare Gründe. Neben Zustimmung findet er auch einen Advocatus Diaboli: Domain-King Rick Schwartz.

Shaun Le Cornu machte bei seiner täglichen Domainer-Blog-Lektüre fünf wesentliche Gründe dingfest, warum Domain-Investoren mit den neuen Endungen nichts anzufangen wissen und sie deshalb klein reden. Destilliert las er aus Kommentaren zu Artikeln von bekannten Domain-Bloggern wie Michael Berkins (thedomains.com) heraus, dass Domainer keine nTLDs wollen, weil sie in .com über Jahre investiert haben und daran festhalten, sie – wie es nunmal die menschliche Natur ist – Angst vor Veränderung haben und das Risiko scheuen, mit den neuen Domain-Endungen in unbekannte Gebiete vorzudringen, sie die neue Domain-Industrie nicht verstehen, die andere Wege als die alte geht, sie nicht den Weitblick haben, zu erkennen, welchen Einfluss die neuen Endungen in zehn Jahren und darüber hinaus haben werden und sie schließlich in ihrem alten Denken, das für die Jahrtausendwende und die Nullerjahre gut war, festhalten und den Wandel der Industrie nicht umarmen. In den Kommentaren zu seiner Analyse erhält Shaun Le Cornu Zustimmung.

Doch schaltet sich auch Domain-King Rick Schwartz ein und konzediert den Kommentaren, die Grundlage für Le Cornus Analyse bilden, sie seien ein gutes Beispiel für dumme Aussagen, von Leuten, die keine Ahnung hätten und deshalb nicht den Anschluss an die sich wandelnde Domain-Industrie fänden. Rick Schwartz bestätigt immer wieder, dass er ein Langzeitkonzept mit seinen Domains verfolge, was dazu führt, dass er in den vergangenen zwanzig Jahren von seinen tausenden Domains lediglich rund 20 verkauft hat – überwiegend zu horrenden Preisen, gerne im siebenstelligen Bereich. Damit steht er überwiegend allein in der Domainerwelt. Aber auch Rick Schwartz ist – wie die überwiegende Masse der Domain-Investoren – letztlich der Meinung, dass .com durch die Einführung der neuen Endungen gestärkt und wertvoller wird, weil .com .com ist und mit den neuen Endungen die große Konfusion kommt und sich Internetnutzer am Bekannten desto stärker festhalten. Andere Domainer hingegen, haben ihr Geschäftsmodell geändert und sind ihrerseits Bewerber um neue Domain-Endungen und bieten bereits die ersten neuen Top Level Domains an. Sie haben ihre Marktposition umgestellt und sind nun Teil der neuen Domain-Industrie. Zu ihnen zählen beispielsweise Frank Schilling (Uniregistry Corp., .sexy, .tattoo u.a.) sowie Monte Cahn und Michael Berkins (beide »Right of the Dot«).

Wie wir schon früher mitgeteilt haben, erscheint uns die Zurückhaltung unter den Domainern sich eher positiv auf die neuen Endungen auszuwirken: es steht dann zu erwarten, dass gute Domain-Namen nicht auf die lange Parking-Bank geschoben, sondern gleich aktiv von Endnutzern eingesetzt werden. Das verstärkt die Attraktivität der neuen Endungen und führt zu einem stärkeren Interesse und vermehrtem Einsatz durch Internetnutzer. Allerdings ist nach wie vor damit zu rechnen, dass sich eine ausreichende Zahl von Domainern doch auf die erfolgversprechendsten Endungen wie .web, .link, .shop und ähnliche stürzen und in den Landrush Phasen nach 45 Sekunden die guten Domains darunter sich in Spekulantenhänden befinden.

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