Rückblick

Das nTLD-Jahr 2015 in Zahlen

Über 8,6 Millionen neue .com-Domains wurden im Jahr 2015 registriert. Doch was brachten die letzten zwölf Monate für die neu eingeführten Domain-Endungen? Christa Taylor, CEO des kanadischen nTLD-Beratungsunternehmens DotTBA, blickt zurück.

Rund sieben Millionen Second Level Domains mit neuer Domain-Endung sind 2015 hinzugekommen. Diese Zahl ist aber relativ und lässt sich nicht mit 2014 vergleichen, da zugleich auch die Anzahl neu delegierter Endungen auf rund 870 gestiegen ist. Auffällig ist, dass erst 17 nTLDs auf hunderttausend oder mehr Registrierungen kommen; der größte Teil bewegt sich bei deutlich weniger als 5.000 Registrierungen. Die am 18. Dezember 2014 in die Live-Phase gestartete Endung .whoswho kommt sogar auf nur etwa 60 registrierte Domains. Nach Einschätzung von Taylor arbeiten daher etwa 47 Prozent der nTLDs mit Verlusten, was angesichts der hohen Anlaufinvestitionen aber nicht zwingend beunruhigen muss. Die höchsten Einnahmen erzielte laut Taylor die Endung .online, gefolgt von .loans, .date, law, .bank, .site und einer internationalisierten TLD.

Nach den Recherchen von Taylor erzielen 41 nTLDs Einnahmen von über US$ 1 Million bis hin zu US$ 15 Millionen. Die Masse, nämlich 112 nTLDs, bewegen sich im Bereich zwischen US$ 100.000,– und US$ 250.000,-. Wer also dachte, nTLDs wären die reine Goldgrube, hat sich getäuscht, denn immerhin 58 nTLDs bewegen sich bei Einnahmen von höchstens bis zu US$ 50.000,–. Gemessen rein an den Registrierungszahlen, war wiederum .online die erfolgreichste Endung im vergangenen Jahr. Sie startete am 26. August 2015 in die Live-Phase und schloss das Jahr mit genau 122.981 Domains. Die Endung .date kam trotz des früheren Starts am 1. Juli 2015 „nur“ auf 109.416 Domains.

Umsatzstärkste Registry war im vergangenen Jahr Donuts Inc. mit durchschnittlich 2.955 Registrierungen am Tag. Auf dem zweiten Platz landete Famous Four Media Limited mit 2.640 Domains vor Uniregistry Corp. mit 1.530 und Rightside mit 1.236. Anlass zur ungeteilten Freude hat in jedem Fall ICANN. Für die Internetverwaltung hat Taylor durchschnittliche Einnahmen von US$ 13,46 je registrierter Webadresse mit neuer Domain-Endung errechnet – macht in 2015 gut US$ 94 Millionen an Gebühren nur aus diesen Domains. Frei nach Brecht: was ist schon die Gründung einer Registry gegen das Betreiben der Netz-Verwaltung?

Die vollständige Infographik von Christa Taylor finden hier.

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