nTLDs

Neustar blickt auf die Entwicklung von .brands in 2017 zurück

Mit den neuen Domain-Endungen wie .xyz und .shop starteten auch zahlreiche so genannte .brands, also Endungen, die Marken oder Namen von Unternehmen entsprechen. Doch von diesen bekommt man nicht viel mit. Tony Kirsch (Neustar) gibt einen aktuellen Einblick in die .brand-Entwicklungen 2017.

Tony Kirsch, Head of Professional Services bei der Domain-Verwaltung Neustar, beschäftigt sich ausgiebig mit der Entwicklung der Markenendungen von Unternehmen. In einem vor kurzem veröffentlichten Artikel auf seinem Blog makeway.world beschrieb er seine zehn schönsten .brand-Momente 2017. Die herausragende Aktion war aus seiner Sicht die Werbekampagne von Amazon für die »Amazon Web Services«. Amazon hatte zuvor nie in großem Stil für das Cloudspeicherangebot geworben. Für die Kampagne nutzte man die Domain buildon.aws. Die unter .brand-Besitzern gern genutzte Domain »home« führt bei .aws allerdings zu keinem Ergebnis. Weiter verweist Kirsch auf eine Artikelserie in seinem Blog, in der ein SEO-Spezialist aus der Major League Baseball .brand-Besitzer darauf verweist, diese doch in Form von Vanity-Domains als URL-Kürzer in Social Media zu nutzen. Wirklich erfreulich sind die Hinweise auf Unternehmungen, die ganz zu ihrer .brand-TLD umgezogen sind. Darunter fallen die State Bank of India (.sni), die spanische Unternehmensgruppe Sener (.sener) und der Yoghurt-Hersteller Fage (.fage), dessen Internetangebote (deutschland.fage, uk.fage u.a.) sich allerdings von uns nicht öffnen ließen. Kirsch berichtet weiter von der Australian Football League (.afl), die eine Werbekampagne für ihre Frauenliga unter play.afl fuhr, vom Versicherer Axa, der unter fizzy.axa eine Versicherung bietet, die bei Flugverspätungen greift und über Blockchain-Technologie abgewickelt wird, sowie über die französische Bahn, die ihren Ticketverkauf auf oui.sncf verlagerte.

Kirsch gibt in seinem Artikel weitere Anzeichen dafür, welche Fortschritte .brand-Domains 2017 machten. Doch letztlich überzeugen seine Ausführungen nicht. Was 2018 für .brands bereit hält, bleibt dabei im Dunkeln. Neustar und Kirsch starten eine Artikelserie über die unterschiedlichen Facetten von .brands, und am 20. Februar 2018 gibt es auch ein Webinar zu .brands. Doch soweit wir es wahrnehmen, nutzen Unternehmen ihre .brands nach wie vor nur sehr zurückhaltend. Und entgegen der früheren Beteuerung von Kirsch, für .brands habe sich die Domain home .brand als Anlaufpunkt etabliert, zeigt unsere Erfahrung, dass nach wie vor der sicherste Weg ist, auf das Angebot von Unternehmen mit eigener Top Level Domain zu gelangen, das Network Information Center aufzurufen, indem man die Domain nic.brand als URL eingibt. Das zeigt sich bei nic.aws, nic.sbi und nic.sener, aber auch bei nic.audi, nic.bmw, nic.axa und anderen, bei denen man mit Eingabe von home.brand nicht konnektiert wird. Die Euphorie von Kirsch im Rückblick auf 2017 vermögen wir nicht zu teilen – so sehr wir es auch wollen. Für .brands gibt es derzeit nicht mehr zu tun, als endlich ihre Top Level Domains tatsächlich zu nutzen und das öffentlich zu kommunizieren. So schwer wird das doch nicht sein.

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