nTLDs

Neue Strategien für Markeninhaber?

Mit der näher rückenden Einführung neuer Domain-Endungen kommen Unternehmen nicht umhin, die Strategien zum Schutz der eigenen Kennzeichnungsrechte zu überprüfen und umzubauen. Kein leichtes Geschäft. Welche Tendenzen sich abzeichnen, zeigt uns John McCormac in einer kurzen Untersuchung.

In seiner kurzen Studie geht John McCormac davon aus, dass einige zukünftige Betreiber von nTLDs nur aufgrund der Domain-Registrierungen von Kennzeichenrechteinhabern, die ihre Werte schützen müssen, werden überleben können. Doch stellt sich die Frage, was müssen die Rechteinhaber ins Kalkül ziehen, um eine ungefähre Vorstellung zu erhalten, welche Domains unter welchen Endungen vorsorglich zu registrieren sind. Um eine Aussage zu finden, untersuchte er die Daten von unter anderem als Hoster tätigen Unternehmen, darunter Google, Markmonitor und Sedo.

Die Muster des Domain-Missbrauchs ziehen sich bereits durch bestehende Endungen, so dass man lediglich schauen muss, welche Domains unter bekannten Endungen immer wieder unberechtigter Weise von Dritten registriert wurden. McCormac hat die Endungen .com, .net, .org, .biz, .info, .mobi und .asia herangezogen und im Hinblick auf bekannte Hoster näher angeschaut. Was in der Theorie zunächst einmal einfach aussieht, wird in der Praxis zu Schwerstarbeit, denn letztlich musste er die Daten aller Domains unter den Endungen überprüfen. Das ist eine Menge; McCormac kam auf 119.361.431 Domain-Daten. Die Daten gehen bei den ins Kalkül gezogenen Endungen weit auseinander: während die unter zumindest zwei der Endungen registrierten identischen Domain-Namen bei .com 7,5 Prozent ausmachen, liegt der Anteil unter .biz bei 57,81 und bei .mobi bei 50,97 Prozent.

Die Beispiele google.com und markmonitor.com zeigen die Verteilung der Registrierungen für Unternehmen, die mit der Registrierung Kennzeichenrechte schützen: bei google.com stellte McCormac 3.578 .com-Domains fest, von denen 871 auch unter anderen Endungen zu finden sind, während .com 2.707 einmalige Domains aufweist; die Relation von einmaligen .com- zu mehrfach registrierten Domains beträgt rund 4.1, während die Relation aller .com- zu den einmaligen .com-Domains etwa 1.32 beträgt. Ähnlich sieht es bei markmonitor.com. Hingegen weisen Pay-Per-Click Hoster andere Relationen auf, die deutlich machen, dass man keine Brandprotection betreibt. Die Diskrepanz zwischen einmaligen Domains und denen, die unter mehreren TLDs zu finden sind, beträgt beispielsweise bei dsredirection.com 88,4: von insgesamt 1.672.107 .com-Domains finden sich 18.914 auch unter anderen Endungen wieder. DotASIA, die jüngste TLD im Test, weise, so McCormac, bisher eine der geringsten Raten auf, die auf Brandprotection hinweisen, was auf die zahlreichen ccTLDs in der Region zurückzuführen sein könne. Nichtsdestotrotz resümiert McCormac, ein wesentlicher Anteil der Registrierungen zukünftiger Top Level Domains werde der Schutz von Kennzeichen ausmachen.

Während also McCormac vermutet, es handele sich unter den unterschiedlichen Endungen überwiegend um Defensivregistrierungen und das würde sich bei den nTLDs fortschreiben, hält Antony Van Couvering von Mind+Machines eigene Untersuchungen entgegen, die darauf hinweisen, dass Defensivregistrierungen unter neuen Endungen stark zurückgehen würden, da mit weniger Typein-Traffic zu rechnen sei. Wie Kennzeichenrechteinhaber tatsächlich mit der Einführung neuer Endungen umgehen, lässt sich nur schwer abschätzen, doch handelt es sich bei solchen Untersuchungen und den Meldungen darüber um einen sich selbstverstärkenden Prozess. Nur wissen wir jetzt wieder nicht, welche Aussage, McCormacs oder Van Couverings, den Prozess stärker beeinflusst. Die Entscheidungen fallen zuletzt in den Unternehmen und da sicher abhängig von den verantwortlichen Mitarbeitern.

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