nTLDs

Nächste Runde schon im Januar 2019?

Die Berichte, wonach die nächste Einführungsrunde für neue Top Level Domains bereits im Jahr 2019 stattfinden könnte, häufen sich: neben dem Domain-Experten Stéphane Van Gelder plädierte auch Donna Austin, Policy & Industry Affairs Manager der Registry Neustar, für einen Start in zwei Jahren.

Am 12. April 2017 jährt sich zum dann fünften Male der Tag, an dem das Bewerbungsfenster für eine neue generische Top Level Domain geschlossen hat. Seither wächst der Druck auf die Internet-Verwaltung ICANN, die nächste Runde folgen zu lassen. Die Verpflichtung ergibt sich aus einem Vorstandsbeschluss aus dem Jahr 2008, wonach »subsequent gTLD application rounds as quickly as possible« beginnen sollen. Im Oktober 2014 äußerte sich Akram Atallah Präsident von ICANNs Global Domain Division, mit den Worten: »In den vergangenen Monaten gab es ein wachsendes Interesse am Zeitplan für die nächste Bewerbungsrunde«, um allerdings Anfang Mai 2016 wieder zurückzurudern; damals deutete er an, dass erst das Jahr 2020 ein realistischer Zeitpunkt für die nächste Einführungsrunde sei.

Inzwischen wächst jedoch der Druck auf ICANN, keine drei Jahre mehr verstreichen zu lassen. Der Domain-Experten Stéphane Van Gelder sprach in einem Blog-Artikel auf circleid.com dafür aus, einzelne Kategorien von Bewerbern schon früher für eine erneute Bewerbung zuzulassen; als Beispiele erwähnte er Städte- und Marken-TLDs. Dort wären sowohl Aufwand als auch rechtliche Risiken ungleich kleiner als bei weiteren generischen TLDs. Ohne konkreter zu werden, erwähnt Van Gelder, dass einige Markenunternehmen bereits intensive Lobbyarbeit betreiben, um so rasch wie möglich zum Zug zu kommen. Da ICANN leicht für Symbolismus zu begeistern sei, würde sich der 12. Januar 2019, sieben Jahre nach Öffnung des letzten Bewerbungsfensters, anbieten. Das exakt gleiche Datum nannte auch Donna Austin, ebenfalls in einem Blog-Artikel auf circleid.com. Sie setzte sich dafür ein, in der Community festzulegen, welche Schritte für eine zweite Runde abgearbeitet werden müssen. Zugleich forderte sie die Beteiligten dazu auf, Deadlines zu setzen; nur dann würde sich ICANN bewegen. Schließlich betonte auch sie, dass es ohne Zweifel Bedarf für weitere Domain-Endungen gibt; konkrete Beispiele nannte sie aber ebenfalls nicht.

ICANN hat bisher stets betont, in jedem Fall erst die aktuelle Einführungsrunde auswerten zu wollen, um daraus alle notwendigen Schlüsse zu ziehen. Hierzu gehören insbesondere Studien zu

  • Wettbewerb, Verbrauchervertrauen und Verbraucherauswahl,
  • Wirkung des Trademark Clearinghouse
  • und Stabilität der Root Zone

sowie die Festlegung von Regeln für die Entwicklung normsetzender Prozesse. Ob das auch gelten würde, wenn lediglich wenige ausgewählte Bewerbergruppen zugelassen würden, hat ICANN offengelassen. Allzu viel darauf wetten sollte man allerdings nicht.

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