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Ergebnisse der »Prioritization Draw«

Am Montag zog ICANN in einem dreizehn Stunden-Marathon die Lose der »Prioritization Draw« und legte so die Reihenfolge der weiteren Bearbeitung der Bewerbungen fest. Mit dem weiteren Prozedere sind die Bewerber jedoch nicht wirklich glücklich.

Um 1:00 pm PST (20:00 Uhr MEZ) begann am Montag die Ziehung der Lose, um die Reihenfolge der Prüfung der Bewerbungen um die neuen Endungen festzulegen. Die versprochene Live-Übertragung der Veranstaltung verlief nur stotternd und mit Unterbrechungen. Zeitweise brach das Übertragungssystem zusammen. Es dauerte etwa eine Stunde, ehe ICANN erklärte: »Yes, it is a glitch.« Insider konnten jedoch twittern und andere Medien nutzen, um Informationen nach außen zu tragen. Bis zur Veröffentlichung der Liste der gezogenen Lose blieb alles ein wenig unübersichtlich.

Die Ziehung der Reihenfolge selbst erfolgte nach Bewerbern und nicht nach beworbenen Endungen. Das hat zur Folge, dass Bewerbungen um Endungen, um die sich mehrere Bewerber bemühen, erst weiterbearbeitet werden, wenn der Bewerber, der das schlechteste Los gezogen hat, an der Reihe ist. Beispielsweise tritt der erste Bewerber um .web als Nummer 632 auf. Er wird dann auch als 632. geprüft. Doch liegen dessen und weitere Bewerbungen (Nrn. 868, 946, 986, 1.218 und 1.360) und die Endung ab da auf Eis, bis der letzte Bewerber um .web, der die Nummer 1.750 gezogen hat, geprüft wurde.

Die Liste mit der Reihenfolge, in der die Bewerbungen geprüft werden, weist zu allererst die internationalisierten Endungen auf, die wie von ICANN angekündigt bevorzugt behandelt werden. Dort konnten sich auf Platz 22 die deutschen Bewerbungen um ».vermögensberater« und auf Platz 71 ».vermögensberatung« positionieren. Ab Platz 108 starten die normalen Endungen mit ».opr«, um die sich PIR (The Public Interest Registry) bewirbt. Die erste deutsche Städtedomain ist ».koeln« auf Position 126. Es folgen danach zahlreiche interessante generische Endungen wie .eco (Nr. 156), .gay (Nr. 179) und .gmbh (Nr. 184), bis auf den Plätzen Nr. 423 .berlin, Nr. 630 ».nrw« (Nordrhein Westfalen), Nr. 1.552 ».bayern«, Nr. 1.603 ».saarland« und Nr. 1.680 ».hamburg« antreten.

Nach bisherigen Berechnungen gehen die Bewerber davon aus, dass die Losnummern bis Nr. 400 Chancen haben, noch 2013 online zu gehen. Bis zur Losnummer 1.500 kann mit einem Start innerhalb 2014 und beim Rest in 2015 gerechnet werden. Dabei muss man weiter Berücksichtigen, dass bei Mehrfachbewerbungen – wie oben beschrieben – immer das letzte Los maßgebend ist. Zudem bleibt dabei außen vor, dass jede Auseinandersetzung mehrerer Bewerber um eine Endung oder etwaige Einsprüche gegen eine Bewerbung durch Dritte zu weiteren Verzögerungen führt. Das kann für einzelne Bewerber zu finanziellen Problemen führen, birgt unter Umständen aber auch den Hauch eines Vorteils: Mit Streckung der Einführungsrunde ist die Aufmerksamkeitsverteilung auf einzelne Endungen besser, als wenn alle gleichzeitig online gingen.

Ergänzende Informationen zum Verfahren und dem Ergebnis findet man auf dem Blog von united-domains.

Nota bene: domain-recht.de ist ein Projekt der united-domains AG.

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