nTLDs – Donuts scheitert mit Übernahmeangebot für Rightside-TLDs

Die Rightside Group Ltd. bleibt standhaft: wie das Unternehmen am 05. Juli 2016 bekanntgab, hat man das US$ 70 Mio. schwere Übernahmeangebot des Konkurrenten Donuts Inc. abgelehnt. Allerdings dürfte der Poker in eine neue Runde gehen.

Erst vor wenigen Tagen war Donuts in die mediale Offensive gegangen und hatte mitgeteilt, gegen Zahlung von US$ 70 Mio. in bar das gesamte Registry-Geschäft von Rightside erwerben zu wollen. Rund 40 Endungen zählt derzeit das nTLD-Portfolio von Rightside, einer Tochtergesellschaft der in Santa Monica ansässigen Content-Fabrik Demand Media. Eine Übernahme sei ein Gewinn für alle Beteiligten, da die Herauslösung des Registry-Geschäfts von Rightside und die damit verbundene Trennung vom Registrar-Geschäft neues Potential erschließe. Das sah jedoch das »board of directors« von Rightside anders: nach eingehender Prüfung und nach Rücksprache mit unabhängigen Rechts- und Steuerberatern habe man das unaufgefordert abgegebene Angebot abgelehnt.

Taryn Naidu, CEO von Rightside, sparte in seiner öffentlichen Mitteilung nicht mit harscher Kritik.

Wir sind der Auffassung, dass das Angebot von Donuts den opportunistischen Versuch darstellt, Rightside´s wertvolles Portfolio an Domain-Endungen zu einem unterbewerteten Preis sowie einer Art und Weise zu erwerben, die nicht im besten Interesse der Gesellschafter liegt,

so Naidu. Man fühle sich der klaren Strategie verpflichtet, an der führenden Rolle von Rightside weiter zu arbeiten, und sehe sich für weiteres Wachstum hervorragend positioniert. Für die kommenden drei bis fünf Jahre strebe man Erträge zwischen US$ 50 bis US$ 75 Mio. jährlich an; das Registry-Geschäft sei hierfür der Schlüssel zum Erfolg. Im ersten Quartal 2016 lagen die Erträge allerdings nur bei US$ 2,6 Mio.

Der Blogger Kevin Murphy von domainincite.com wirft jedoch bereits die Frage auf, ob Donuts sein Angebot nachbessert. Geht man von 40 nTLDs aus, die Rightside verwaltet, entspricht dies bei einem Preis von US$ 70 Mio. einem Durchschnittswert von US$ 1,75 Mio. pro nTLD; dies läge weit unter dem Durchschnitt von US$ 7 Mio., wie er bei ICANN-Auktionen gezahlt werde. Auch der Domainer Elliot Silver stellt offen zur Diskussion, welcher Preis für Rightside angemessen sei; der US-Anwalt und Domain-Experte Michael Berkens schätzt ihn bei deutlich über US$ 100 Mio. und wahrscheinlich sogar über US$ 150 Mio., immerhin könne Rightside mit seine Endungen auch eine erhebliche Anzahl registrierter Second Level Domains mitverkaufen. Donuts selbst schweigt sich öffentlich dagegen bisher aus.

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