nTLDs

Aufgrund der Preiserhöhungen für .cars, .game und andere gerät Uniregistry unter Druck

Uniregistry Corp., Verwalterin von dutzenden neuer generischer Top Level Domains, gerät unter Druck: aufgrund der angekündigten Preiserhöhungen für mehrere Domain-Endungen haben sich mit GoDaddy und Namecheap zwei namhafte Registrare dafür entschieden, UniRegistry-Domains aus ihrem Regal zu nehmen.

Der 8. März 2017 hat die Welt der nTLDs schwer erschüttert: an diesem Tag gab die auf Cayman Islands ansässige Uniregistry bekannt, ab dem 21. August 2017 die Großhandelspreise für 16 nTLDs zum Teil drastisch erhöhen zu müssen. Geringe Registrierungszahlen von unter 5.000 Domain-Namen machen den Betrieb von zum Beispiel .juegos, .guitars oder .hiphop unprofitabel.

»Keine Frage: Wir benötigen für diese Domain-Endungen höhere Einnahmen, vor allem von jenen mit geringen Registrierungszahlen,«

gab CEO Frank Schilling damals zu Protokoll. Wenn man Domain-Endungen mit nur 5.000 registrierten Domain-Namen verwalte, dann müssten die Gebühren höher sein, um die Existenz dieser Endungen zu rechtfertigen. Aktuell erfolgreichste Uniregistry-TLD ist .link; sie kommt auf gut 362.000 Domains. Doch danach folgen .click (ca. 148.000) und .lol (ca. 60.000) bereits mit einigem Abstand. Außerdem liegen die ebenfalls zu Uniregistry gehörenden Endungen .diet, .christmas, .game, .tattoo, .flowers, .blackfriday, .guitars, .hiphop, .juegos, .hiv, .auto
und .cars bei deutlich unter 5.000 Registrierungen.

Doch auch wenn wirtschaftliche Gründe ins Feld geführt werden, um eine Preiserhöhung zu rechtfertigen, stößt Uniregistry mit diesem Schritt auch auf Widerstand. So hat der in Los Angeles ansässige Registrar Namecheap Inc. mitgeteilt, zahlreiche von Uniregistry verwaltete TLDs aus dem Angebot zu nehmen:

»While saying goodbye to a bunch of TLDs is not our preference as a domain registrar, we made the decision to discontinue these domains out of a concern for our customer experience.«

Ab dem 07. September 2017 gilt dies für Neuregistrierungen und Transfers unter folgenden Endungen: .property, .hosting, .christmas, .juegos, .tattoo, .audio, .guitars, .blackfriday, .hiphop, .diet und .flowers. Kunden des US-Registrars GoDaddy Inc., der mit Abstand größte Registrar der Welt, müssen in Kürze ebenso auf Uniregistry-Domains verzichten:

»After careful consideration, we decided to stop offering new Uniregistry domain names for sale because their pricing changes caused frustration and uncertainty with our customers.«,

merkte Executive Vice President Mike McLaughlin an. Auf .link als die erfolgreichste von Uniregistry verwaltete Domain dürfte das wenig Einfluss haben: sowohl über GoDaddy als auch über Namecheap sind jeweils nur wenige tausend .link-Domains registriert. Andererseits werden auch keine weiteren Domains mehr dazukommen.

Ob andere Registrare dies als Chance sehen, verärgerte Kunden von Namecheap oder GoDaddy für sich zu gewinnen, bleibt abzuwarten. Ebenso möglich wäre es, dass die Registrierungszahlen für die kriselnden nTLDs weiter sinken und Uniregistry gezwungen wird, über einen Verkauf oder ihre Löschung aus der Root Zone nachzudenken. So genannte .brands ausgenommen, wären das die ersten generischen nTLDs, die dann nach kurzer Zeit wieder aus dem Netz verschwinden.

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