nTLDs

13 .brand-Bewerber bleiben stumm

Zahlreiche Bewerber um eine markenbezogene Top Level Domain haben offenbar in den letzten Wochen ihr Interesse an der eigenen Domain-Endung verloren: obwohl sie das ICANN-Prüfungsverfahren erfolgreich absolviert haben, wurde der Registry-Vertrag nicht unterzeichnet.

Rund ein Drittel der insgesamt 1.930 Bewerbungen, die im Jahr 2012 bei ICANN eingegangen sind, gehen auf zum Teil weltberühmte Marken zurück. Zu diesen so genannten .brands zählen unter anderem .canon, .ferrari, .gucci, .ibm, lego, .lexus und .nike, aber auch deutsche Marken wie .audi, .bmw, .boehringer, .bosch, .linde, .schaeffler, und .spiegel. Obwohl ein Teil der .brands wie zum Beispiel .axa oder .tui bereits delegiert sind, lassen sie es an öffentlicher Präsenz häufig vermissen – kaum ein Unternehmen nutzt die eigene Endung bisher, um sich aktiv zu vermarkten. Über ein dutzend Bewerbungen um eine .brand droht nun aber sogar der Garaus: obwohl sie das Prüfungsverfahren mit Erfolg bestanden haben, listet ICANN sie in der Bewerberdatenbank offiziell mit dem Status »Will Not Proceed«. Im Einzelnen handelt es sich um die 13 TLDs .select, .compare, .axis, .origins, .changiairport, .nissay, .lamer, .clinique, .pwc, .volvo, .amp, .wilmart sowie die chinesische Variante von .recruitment.

Alle diese Endungen gelten als »uncontested«, es gibt also weder Mitbewerber noch haben Dritte Einwendungen gegen die Bewerbung erhoben. Dennoch ist bis heute kein Registry-Vertrag unterzeichnet; zum Teil wurden nicht einmal die Verhandlungen dazu aufgenommen. Ursprünglich stand dafür ein Zeitraum von neun Monaten ab Aufforderung durch ICANN zur Verfügung; auf Drängen der Bewerber hat ICANN diese Frist dann aber bis Juli 2015 verlängert, sofern sich die Bewerber zumindest bis 1. September 2014 auf ICANNs Aufforderung hin gemeldet haben. Wie ein ICANN-Sprecher nun bestätigt, führt das Versäumen selbst dieser Frist zu einer Disqualifikation. Allerdings ist das Bewerbungsverfahren damit noch nicht vollständig beendet, lediglich ein Registry-Vertrag wird vorläufig nicht unterzeichnet. Wie lange dieser Schwebezustand anhalten kann, lässt sich dem Bewerberhandbuch nicht eindeutig entnehmen. Möglicherweise spielt in dieser Phase aber auch eine Rolle, dass sich die Bewerber bei einem Ende des Bewerbungsverfahrens 35 Prozent der Bewerbungsgebühr von US$ 185.000,– zurückverlangen können.

Sollte das Bewerbungserfahren für die 13 .brands endgültig enden, bleibt ihnen noch eine kleine Lücke: die in Hongkong ansässige Holding Hu Yi Global Information Resources hat sich um eine chinesische Variante von .trademark beworben, so dass jede Marke die Möglichkeit hat, sich unter yourbrand.trademark zu präsentieren. Um eine »richtige« .brand handelt es sich jedoch nicht.

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