.build

Erste Lehren nach einem Jahr Live-Phase

Zahlreiche neue Top Level Domains haben das erste Jahr des regulären Registrierungsbetriebs hinter sich. Welche Lehren lassen sich ziehen? George Minardos, CEO der in Santa Monica (Kalifornien) ansässigen .build-Registry Plan Bee LLC, steht in einem Interview Rede und Antwort.

Seit dem 29. April 2014 befindet sich .build in der Live-Phase, und mit aktuell rund 4.200 registrierten Domains dürften die Bäume noch nicht in den Himmel wachsen. Das räumt auch Minardos in dem Interview mit Tony Kirsch von ARI Registry Services ein. Das erste Jahr war davon geprägt, dass die gesamte Domain Name Industry erst langsam auf die neuen Endungen reagiert hat; erstaunlich sei etwa gewesen, dass zu Beginn kaum ein Registrar .build oder sonst nTLDs im Angebot führte, während zuletzt hunderte neue Endungen und auch Premium-Domains zu verschiedensten Preisen erhältlich waren. Um die Akzeptanz für .build zu steigern, habe es geholfen, die Branchenverbände Associated General Contractors of America (AGC) und American Subcontractors Association (ASA) mit ins Boot zu holen, ebenso das über hundert Jahre alte »The Blue Book Network«. Durch ihre Unterstützung gelang es, das Interesse der gesamten Branche auf .build zu lenken und Aufmerksamkeit zu erzielen.

Dabei musste sich Minardos durchaus auch kritische Fragen gefallen lassen. So beschwerte sich ein Kunde, dass er für eine Drei-Zeichen-Domain US$ 250,– zahlen sollte. Doch Minardos konterte geschickt, in dem er den Kunden auf Handelsplattformen verwies, wo Drei-Zeichen-Domain für tausende von US-Dollar gehandelt werden – schon schlug der Kunde zu und sicherte sich seine .build-Domain gleich für zehn Jahre. Ganz allgemein kämpft .build aber – wie fast jede andere nTLD – noch erheblich gegen den Mangel an öffentlicher Aufmerksamkeit und Akzeptanz. Viele potentielle Interessenten wüssten bisher gar nicht, dass es neue Domain-Endungen gibt, geschweige denn welche Möglichkeiten sich bieten. Sowohl ICANN als auch die neu gegründete Domain Name Association (The DNA) würden aber dafür sorgen, dass sich das ändert.

Doch es werden auch erste Stimmen laut, die vor »Zombie-TLDs« warnen. Blogger Andrew Alleman hat vor allem jene Registries im Auge, die nur eine oder zwei nTLDs betreiben. So ist etwa die Who’s Who Registry für .whoswho zuständig; trotz Start in die Live-Phase listet die Statistik-Seite ntldstats.com aber bisher nur 48 registrierte Domains. Atgron Inc. kommt demnach mit .wed auf immerhin 208 Domains. Alleman verweist zudem darauf, dass mit .hiv und .promo bereits zwei Registries über Innovative Auctions versteigert werden sollen; letztere ist noch nicht einmal offiziell gestartet. Sollten sie keinen neuen Betreiber finden oder von anderen, großen Registries mitverwaltet werden, könnten sie als »untote« TLDs ihr Dasein fristen. Vorerst kann ICANN die Entwicklung dem Markt überlassen; jede neue Registry musste eine Art Kaution hinterlegen, so dass zumindest völlig chaotische Verhältnisse ausgeschlossen sein sollten.

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