.brand

Marken-Top Level Domains stehen hinter den Erwartungen zurück

Guillaume Pahud hat sich den Umgang von Unternehmen mit ihren .brand-Endungen angeschaut. Er findet dabei wenig Enthusiasmus und konzentriert sich auf die positiven Effekte, die die wirklichen .brand-Nutzer für ihre Endung in Pressemitteilungen formulieren.

Von den 1.930 Bewerbungen um neue Domain-Endungen im Jahr 2012 richteten sich 675 auf .brands, Bewerbungen um Markenendungen von Unternehmen wie .audi oder .canon. Vier Jahre später sind lediglich ein Drittel der .brands überhaupt aktiv: Rund 200 der .brand-Endungen weisen Second Level Domains auf, aber nur wenige werden tatsächlich genutzt. Andere .brands wurden zurückgezogen oder aus dem Root wieder entfernt, nachdem die Inhaber für ihre Endung keinen Sinn erkannt haben. Laut Guillaume Pahud haben bisher lediglich zehn Unternehmen ihr Hauptangebot auf ihre .brand gelegt. Die meisten anderen nutzen die Endungen lediglich für Weiterleitungen oder Mini-Seiten. Doch sieben derer, die ihre .brand verstärkt nutzen, teilten die (erhofften) Vorteile der neuen Endungen in Pressemitteilungen mit. Es handelt sich um Barclays und Barclaycard, Bradeso, Pictet, Sandvik, Weir, Canon und Sener, die sich Innovation, Sicherheit, positive Kundenerfahrungen und ein besseres Branding erhoffen. Davon sieht man freilich bisher nichts, und Erfahrungsberichte gibt es keine.

Genau die erhofften Vorteile der neuen Marken-Endungen waren schon 2012 wesentlicher Anreiz für die Bewerbung um die neuen Top Level Domains, neben der Angst vor der Markenkonkurrenz, die schneller sein könnte. Technisch innovativ sollten diese .brands werden, die Marke stärken, den Kunden Sicherheit und positive Erfahrungen geben und so weiter. Doch bisher sind die Betreiber von .brand-Endungen die Verwirklichung dieser Visionen sich selbst schuldig geblieben. Die derzeit aktiven .brand-Unternehmen vermitteln ihren Kunden zumindest das Gefühl, bei Aufruf der .brand auf der richtigen Seite zu sein, was der Sicherheit und dem Branding dient. Doch selbst .barclays weist den Nutzer auf eine .de-Domain weiter, wenn es um die Barclaycard geht. Das alles ist nur ein sehr geringer Teil dessen, was die neuen .brand-Endungen den Betreibern ermöglichen, und nicht viel von dem, was mit den neuen Endungen kommen sollte. Um die Hoffnungen von 2012 zu verwirklichen, müssten .brand-Betreiber ihre Endungen tatsächlich aktivieren – je früher, desto besser.

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