Washington Post

Interesse an nTLDs steigt

Wer braucht schon .com, wenn neue Top Level Domains im Trend liegen? Diese provokante Frage wirft die renommierte Tageszeitung »Washington Post« auf – und liefert die Antwort mit praktischen Beispielen gleich mit.

Die Registrierung der Domain abc.xyz durch die neu gegründete Google-Holding Alphabet Inc. hat die neuen Top Level Domains schlagartig ins Licht der Weltöffentlichkeit gebracht. Allerdings ist Google nicht der erste, der nTLDs für sich entdeckt hat – aktuell sind über 7,1 Millionen Domains unter neuer Endung registriert. So suchten etwa zahlreiche Unternehmen nach einer Alternative, da die gewünschte .com-Domain bereits vergeben war. Diese von der Washington Post als »not-coms« bezeichnete Gruppe von technikaffinen Internetnutzern wich deshalb auf die neuen Endungen aus; sie sind ein »eye-catcher« und trendig. Jeff Davidoff, Chief Marketing Officer bei Donuts Inc., spricht im Zusammenhang mit den »not-coms« sogar schon vom »new normal«.

Beispiel gefällig? Wie wäre es mit republic.bike, der Domain des in Dania Beach (US-Bundesstaat Florida) ansässigen Fahrradherstellers Republic Bike Inc. Nach Angaben von Präsident Avery Pack steckt dahinter ein Wink an die Kunden, dass man kein Hersteller im traditionellen Sinne sei. Daher setzt man die Domain vorrangig in der Werbung ein; wer es dagegen über die .com-Variante republicbike.com versucht, landet ebenfalls auf der Unternehmenswebsite. Oder wie wäre es mit Piercy Bowler Taylor & Kern, einem Buchführungsunternehmen mit Sitz in Las Vegas und Salt Lake City. Dort hat man gleich vier Adressen mit nTLD in Nutzung, nämlich pbtk.vegas, 401kaudit.vegas, taxaccountant.vegas und certifiedpublicaccountant.vegas. Da .com bereits vergeben war, nutzt man jetzt .vegas, um die lokale Präsenz und die Spezialisierung auf die Glücksspiel- und Beherbergungsbranche zu unterstreichen, wie Marketing-Director Shannon Hiller betont. Oder wenn es nicht ganz so neu sein soll: das Postkartenunternehmen myTab aus San Francisco ist unter mytab.travel im Netz präsent. Damit hat man bares Geld gespart, denn die .com-Variante war laut Präsident Heddi Cundle nur gegen Zahlung von US$ 100.000,– zu bekommen. Die Alternativ-Endung .co sei dagegen für die Nutzer verwirrend gewesen, so dass man das Problem mit .travel gelöst hat.

Dass es allerdings nicht unbedingt eine neue Domain-Endung sein muss, belegt das Beispiel quinn.pr. Die Domain hat das New Yorker PR-Unternehmen Quinn registriert, als man die eigene Firmenbezeichnung von »Quinn & Co.« auf »Quinn« gekürzt und zugleich die Zielgruppe vergrößert hat. Für Inhaberin Florence Quinn ist die Domain klarer, frischer und ganz ihr Stil. Allerdings handelt es sich bei .pr um keine nTLD, sondern um die Länderendung von Puerto Rico. Manchmal muss man also nicht zum Neuen schweifen, denn das Altbewährte liegt so nah.

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