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Neues von .uk, .bg und .name

In der Kürze liegt die Würze: diesem Grundsatz folgend, gibt die britische Domain-Verwaltung noch in diesem Jahr Kurz-Domains frei. Keine Kurz-, dafür Ziffern-Domains sind dagegen von .name zu erwarten, wohingegen Bulgarien heftig mit ICANN um die IDN-Variante von .bg ringt – hier die Kurznews.

Nominet, Registry der britischen Länderendung .uk, wird noch in diesem Jahr Kurz-Domains bestehend aus einem oder zwei Zeichen freigeben. Der Startplan sieht zwei Sunrise-Phasen sowie eine Landrush Period vor. Die erste Sunrise-Phase ist für Inhaber von eingetragenen Markenrechten, die vor dem 1. Januar 2008 im Königreich in Kraft waren; in Phase zwei kommen nicht eingetragene Marken zum Zug. An der Landrush Period kann dann jeder teilnehmen, wobei das Verfahren über akkreditierte Registrare organisiert wird. Sämtliche Details will Nominet am 1. November 2010 bekanntgeben; bereits jetzt steht jedoch eine Liste mit den frei werdenden Domains zum Download zur Verfügung.

Bulgarien drängt bei der Internet-Verwaltung ICANN weiter darauf, die internationalisierte, kyrillische Variante der Landesendung .bg zu bekommen. Ein erster Antrag scheiterte im Juni 2010, weil ICANN eine zu große Ähnlichkeit und Verwechslungsgefahr zwischen der kyrillischen Variante von .bg und der brasilianischen Endung .br sah. Doch Bulgarien wehrt sich mit juristischen Mitteln und gibt sich nun zuversichtlich: „Wir haben Anlass zu hoffen, dass unser Vorschlag zum Ende kommenden Jahres akzeptiert wird“, erklärte Parvan Rusinov, Vizeminister für Transport, Kommunikation und Informationstechnologien. Man habe zwei Möglichkeiten: entweder eine modifizierte Version der kyrillischen Endung oder Abwarten bis zum Start eines Berufungsverfahrens im kommenden Jahr, auch wenn ein solches offenbar in den Regularien bisher gar nicht vorgesehen ist. Wegen der ersten Variante hatte Bulgarien eigens eine Online-Umfrage gestartet, bei der sich die Besucher eindeutig für den bisherigen Vorschlag aussprachen. Sieht also so aus, als würde sich die Angelegenheit in die Länge ziehen.

VeriSign, unter anderem auch Verwalterin der Top Level Domain .name, hat von ICANN grünes Licht bekommen, bereits in Kürze reine Ziffern-Domains sowie Domains zu vergeben, die den Bindestrich enthalten. Möglich macht dies eine extensive Auslegung des Begriffes „Name“ im geänderten Registry-Vertrag. Demnach gilt als „personal name“ künftig nicht nur der Name, sondern auch jede Zahl und jedes andere Zeichen, das eine Person identifiziert. Möglich sind beispielsweise Telefonnummern, aber auch in Messengern verwendete Nicknamen. Nüchtern betrachtet entfällt damit jede Registrierungsbeschränkung, denn niemand ist gehindert, sich beispielsweise im MSN-Messenger das Pseudonym „urlaub“ oder „immobilien“ zu geben und sodann die passende .name-Domain zu registrieren. Die geplante Vertragsänderung wurde von ICANN gleichwohl positiv beurteilt und liegt derzeit zur öffentlichen Kommentierung aus, so dass die neuen Domains wohl noch dieses Jahr erhältlich sein werden.

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