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Neues von .cz, .is und .bank

Bei der Internet-Verwaltung ICANN feiert man sie als Quantensprung, doch die Tschechen lassen sie kalt: an der Einführung von IDNs hat man dort kein Interesse. Dagegen bastelt man in Island mit einem eigenen Gesetz an der Domain-Zukunft, während .bank schon vor dem Start eine Klage droht – hier unsere Kurznews.

Tschechiens Internetnutzer zeigen der Einführung internationalisierter Domain-Namen unterhalb der eigenen Länderendung .cz unverändert die kalte Schulter: wie die Registry CZ.NIC mitteilt, lehnt eine breite Mehrheit auch in der vierten Umfrage in Folge die Zulassung von Sonderzeichen ab. 87 Prozent der befragten Organisationen und 62 Prozent der befragten Internetnutzer sehen demnach keine Notwendigkeit für IDNs. Als die Hauptgründe hat CZ.NIC den fehlenden Umstellungswillen und ein erschwerter Zugriff für ausländische Nutzer ausgemacht. Im Gegensatz zur IDN-Euphorie in Ländern wie Russland scheint der fehlende Druck maßgeblich zu sein, den Zeichensatz für .cz um die Sonderzeichen zu ergänzen, da man sich an die Begrenzungen des klassischen lateinischen Zeichensatzes gewöhnt hat.

Das Kommunikationsministerium auf Island hat einen Gesetzesentwurf zur Verwaltung der Landesendung .is vorgelegt. Offenbar ist beabsichtigt, die bisherigen Regelungen der Vergabestelle ISNIC zu belassen, und durch gesetzliche Regelungen und Verordnungen zu ergänzen. Erklärtes Ziel ist der bessere Schutz von Domain-Inhabern, ohne die Zukunft durch zusätzliche Registrierungsbeschränkungen zu verbauen. Weitere Details sind dem bisher leider nur in isländisch vorliegenden Gesettesentwurf zu entnehmen. Tritt das Gesetz in Kraft, reichen seine Wirkungen übrigens auch über .is hinaus: mit erfasst ist jede Top Level Domain, die in Bezug zu Island steht. Damit könnte theoretisch jede neu eingeführte generische Top Level Domain von dem Gesetz betroffen sein.

Die Internet-Verwaltung ICANN hat über die Einführung der Top Level Domain .bank noch gar nicht entschieden, da steht die erste Klageandrohung bereits im Raum: BITS, eine Lobby-Gruppe aus dem Finanzwesen, hat ICANN aufgefordert, Finanz-Domains in der ersten Einführungsrunde auszuschließen, bevor nicht Kriterien für eine sichere Verwaltung feststehen. Konkret befürchtet BITS, dass Endungen wie .bank die Verbraucher verwirren könnten und für einen Anstieg von Online-Kriminalität sorgen, wenn sie in den falschen Händen landen. Würden diese Probleme nicht gelöst, kündigte BITS an, alle zur Verfügung stehenden legislativen, administrativen und juristischen Mechanismen zu nutzen, um sich gegen die Einführung zu wehren. Und dabei handelt es sich um keine leere Drohung: BITS zählt alle größeren US-Banken sowie zahlreiche Versicherungsunternehmen zu seinen Mitgliedern.

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