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Neues von .au, .eu und .bayern

Leinen los in Down Under: Änderungen in den Vergaberegeln für australische Domains dürften dem Handel neuen Schub verpassen. In Brüssel verteilt EURid dagegen rund 9.000 .eu-Domains neu, während man sich in Bayern auf Registry-Suche begibt – hier unsere Kurznews.

Die australische Länderdomain-Verwaltung .au Domain Administrator (auDA) macht ihr Kürzel durch einige Änderungen in den Vergabebedingungen kundenfreundlicher. Auf Empfehlung einer Arbeitsgruppe entfällt künftig vor allem das Verbot, .au-Domains zu verkaufen; dies dürfte dem Handel einen spürbaren Schub verschaffen. Zudem sollen so genannte „Drops“, also das erneute Freiwerden von Domains in Folge einer Beendigung des Registrierungsvertrages, transparenter werden. Die Beschränkung, dass eine Registrierung von .com.au- oder .net.au-Domains ausschließlich Personen und Unternehmen mit Sitz in oder gültigen Marke aus Australien vorbehalten ist, bleibt dagegen erhalten. Angesichts einer Registrierungsdauer von in der Regel 8-15 Werktagen muss man zudem Geduld mitbringen, bevor man selbst in diesem Fall eine .au-Domain sein Eigen nennen darf.

EURid, die in Brüssel ansässige .eu-Registry, hat einen Rechtsstreit um knapp 9.000 missbräuchlich registrierte .eu-Domains gewonnen. Wie EURid in einer Presseerklärung mitteilte, hat der „Brussels court of appeal“ bereits am 21. September 2010 entschieden, dass die Registrierung in bösem Glauben erfolgt sei und dass die Registrierungen beendet werden müssten. Ursprünglich waren die Domains offenbar von einer Nutzerin mit dem Namen Zheng angemeldet worden. Nach Ablauf der Rechtsmittelfristen ist EURid nun befugt, das rechtskräftige Urteil umzusetzen und die betroffenen .eu-Domains zu widerrufen. Aktuell befinden sich die Domains in einer 40tägigen Quarantäne; am 24. und 25. Oktober 2011 werden sie aber nach und nach zur erneuten Anmeldung nach dem „first come, first served“-Prinzip freigegeben. Eine Liste aller Domains hat EURid auf seiner Website veröffentlicht. Die Zahl der hochwertigen Domains ist allerdings überschaubar; zudem sollten sich Schnäppchenjäger hüten, versehentlich Rechte Dritter zu verletzen.

Die bayerische Staatsregierung hat anlässlich einer Kabinettssitzung vom 14. September 2011 den Startschuss für die Einführung einer eigenen Domain-Endung für Bayern gegeben. Der IT-Beauftragte der Staatsregierung, Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer, teilte mit, dass Bayern auf ein privatwirtschaftliches Betreibermodell für seine Landes-Domain setzt, wobei man sich ein Mitspracherecht sichert. Der künftige Betreiber von .bayern soll dabei im Rahmen einer Ausschreibung ermittelt werden; die Ausschreibungsunterlagen stehen ab sofort zum Download bereit. Bis 17. Oktober 2011 um 11.00 Uhr haben demnach alle interessierte Registry-Betreiber Gelegenheit, sich um den Abschluss des Registry-Vertrages und die Ausstellung des bei ICANN erforderlichen Unterstützungsschreibens zu bewerben. Der Teilnahmeantrag ist schriftlich beim Bayerischen Landesamt für Steuern abzugeben. Interessenten sollten allerdings bedenken: Eine finanzielle Beteiligung des Freistaats Bayern an den Kosten für die Teilnahme am Bewerbungsverfahren bei ICANN und dem Betrieb der Top Level Domain sowie jegliche Kostenerstattung sind ausgeschlossen; an den Umsätzen aus dem Domain-Betrieb will der Freistaat aber angemessen beteiligt werden.

Weitere Informationen zu .bayern finden Sie hier.

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