Indien

Rekordanstieg auf 75.000 .in-Domains

Die runderneuerte indische Top Level Domain .in hat alle Erwartungen übertroffen: innerhalb zweier Tage nach Beginn der liberalisierten Domain-Vergabe stiegen die Registrierungszahlen um das Siebenfache. Doch mit dem Ansturm wachsen auch die rechtlichen Probleme.

Bereits innerhalb der ersten Stunde nach Beginn der Live-Registrierung meldete die Vergabestelle INRegistry knapp 24.000 neue .in-Domains. »Am heutigen Nachmittag hat die Zahl der frei registrierten .in-Domains die Marke von 50.000 Domains überschritten«, gab Amitabh Singhal, CEO von NIXI (National Internet eXchange of India) nicht ohne Stolz am zweiten Tag nach der Öffnung bekannt. Er unterstrich dabei, dass der Registrierungsprozess trotz dieses Ansturms schneller als bei .com und .net laufe. Mittlerweile sind mehr als 75.000 .in-Domains registriert. Bereits in der Sunrise Period, in der über 4.000 Bewerbungen von Markeninhabern eingingen, zeichnete sich ein sehr erfolgreicher Start für .in ab, die zuvor mit knapp 7.000 Domains zu den kleineren ccTLDs zählte, obgleich Indien mit seinen 1,1 Milliarden Einwohnern ungeheures Domain-Potential birgt. Mit zu den ersten Inhabern einer neuen .in-Domain zählt Dayanidhi Maran, seines Zeichens Telekommunikationsminister und treibende Kraft hinter der Liberalisierung. Für ihn sei die Registrierung der Webadresse dmaran.in ein »Akt des Patriotismus« gewesen – auch wenn die Domain derzeit nur geparkt ist.

Nach erster Einschätzung von Experten sollen sich in der ersten Registrierungswelle allerdings auch zahlreiche Cybersquatter tummeln. So warnt Venkatesh Prasad, Senior Associate der Kanzlei J. Sagar and Associates vor Schäden durch Domain-Grabbing, da einige Unternehmen die neuen Möglichkeiten noch gar nicht kennen. Konkrete Fälle wurden nicht genannt. Prasad kritisierte zugleich, dass die IT-Gesetze Indiens keine Handhabe für klassisches Cybersquatting böten. Vielmehr gäbe es aus seiner Sicht noch reichlich juristischen Klärungsbedarf.

Seit der Öffnung am 16. Februar 2005 können Domains direkt unterhalb von .in praktisch von jedermann zu jedem beliebigen (legalen) Zweck registriert werden. Die vormals sehr strengen Vergabebeschränkungen sind nahezu vollständig entfallen.

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