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Neues von .yu, .su und .kp

Die Internet-Verwaltung ICANN hat in den vergangenen Tagen ein Stück Geschichte geschrieben: mit der Delegierung der nordkoreanischen Länderendung .kp und der geplanten Ablösung der jugoslawischen Endung .yu durch .rs und .me stellt sich auch für das Kürzel .su (Sowjetunion) Fragen nach ihrer Zukunft.

Mit dem im Jahr 1991 eingeleiteten Zerfall Jugoslawiens schien lange Zeit unklar, wie es mit der Länderendung .yu weitergeht. So ist zwar eine Registrierung bis heute grundsätzlich möglich, jedoch angesichts der politischen Entwicklung weder sinnvoll noch gewünscht. Auch um ihre eigene politische Entwicklung nach aussen zu dokumentieren, haben sich daher Serbien und Montenegro mit .rs beziehungsweise .me um die Einführung eigener Länderendungen bemüht und damit letztlich auch Erfolg. ICANN konnte sich auf die Standardliste ISO 3166-1 berufen, die anzeigt, wenn Länderendungen geschaffen, verändert oder entfernt werden; damit ist das „Aus“ für .yu beschlossene Sache. Um den Inhabern von .yu-Domains Gelegenheit zu geben, sich hierauf einzustellen, haben Serbien als auch Montenegro einen mehrjährigen Übergangsplan bis zum 30. September 2009 vorgelegt; erst danach wird .yu endgültig außer Betrieb gesetzt. ICANN wird dabei den gesamten Übergangsprozess überwachen, um die Einhaltung der Übergangsregelungen sicherzustellen. Die für den Staatenverbund Serbien-Montenegro ursprüglich vorgesehene Endung .cs wird daher nicht mehr benötigt.

Doch diese Entscheidung stellt auch das Schicksal der annähernd 10.000 Domains mit der Endung .su für die frühere UdSSR in ein neues Licht. Mit Registrierungsgebühren von EUR 85,00 sind sie deutlich teurer als .ru-Domains, die schon für unter EUR 20,00 zu erhalten sind. In diesen Fällen verweist ICANN, dass es den lokalen Communities überlassen bleibt, den Übergang zu organisieren; so hat man etwa .zr (Zaire) in den Ruhestand geschickt, und der Übergang von .tp (Ost-Timor) nach .tl (Timor Leste) ist am Laufen. Auch .su ist für diese Rente vorgesehen, obwohl die derzeitigen Betreiber wenig dafür tun, darauf hinzuweisen. So drängt ICANN darauf, neue Registrierungen einzufrieren, oder sich bei der UN als Ausnahmeabkürzung neu um .su zu bewerben, wie das etwa im Fall von .eu oder .uk erfolgt ist. Eine endgültige Entscheidung steht derzeit aus.

Ganz am Anfang ihrer Internetexistenz steht dagegen .kp, die offizielle Endung für Nord-Korea. Wie berichtet, hatte ICANN vor einigen Wochen eine Anfrage auf Delegierung der Verwaltung erhalten. Anlässlich des Treffens am 11. September 2007 wurde nun abgestimmt; künftig wird sich das Korea Computer Center um .kp kümmern. Mit einer grosszügigen Vergabe ohne eine Vielzahl von Vergaberegelungen rechnen jedoch auch kühnste Domain-Spekulanten nicht.

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