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IDNs in vier Sprachen gestartet!

Das Domain Name System (DNS) ist in eine neue Ära getreten: ab sofort können in vorerst vier Sprachen vollständig internationalisierte Domain-Namen (IDNs) registriert werden. Die dafür notwendigen technischen Arbeiten hat die Internet-Verwaltung ICANN Anfang Mai 2010 abgeschlossen.

Seit den Anfangsjahren des DNS galt eine eherne Grundregel: als Zeichen zur Verwendung in einer Domain sind lediglich die Buchstaben von A bis Z, die Ziffern von 0 bis 9 und als einziges Sonderzeichen der Bindestrich „-“ aus dem ASCII-Zeichensatz zugelassen. Doch diese Beschränkungen wurden dem internationalen Anspruch des Internets nicht gerecht, weshalb man an der Einführung von IDNs arbeitete und Anfang des Jahrtausends erste Erfolge feierte; so können etwa seit 2004 unterhalb von .de Sonderzeichen wie die deutschen Umlaute als Second Level Domain registriert werden. Den Weg für Domains vollständig in Landessprache hat ICANN jedoch erst mit seinem „IDN Fast Track Process“-Verfahren bereitet, mit dem man Domains in den elf Sprachen Arabisch, Persisch, Chinesisch (vereinfacht wie traditionell), Kyrillisch, Koreanisch, Hebräisch, Japanisch, Tamilisch, Hindi sowie Griechisch erfolgreich getestet hat. Aus 21 Ländern und für Domains in elf Sprachen kamen schließlich die Bitten, dort IDNs zuzulassen.

Zu den ersten vier Ländern, die diese IDNs nun ab sofort nutzen, zählen die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, Saudi-Arabien und Russland. Die ersten neuen Adressen sind bereits online, darunter russische und einige arabische Domains. Technisch gesehen lösen diese Adressen auf eine computerlesbare ASCII-Adresse im Punycode auf; wer also keine russischen Zeichen eingeben kann, findet auch unter der kryptischen Domain xn--d1abbgf6aiiy.xn--p1ai sein Ziel. Vor allem die Nutzer aus dem arabischen Raum, laut ICANN eine Gruppe mit dem größten Wachstumspotential, profitiert von dieser Neuerung und kann somit erstmals Domains in ihrer Landessprache registrieren.

Für die Inhaber von Kennzeichenrechten stellt sich damit die Herausforderung, in Ländern mit IDNs ihre Zeichen durch Registrierung vor Rechtsverletzungen zu schützen. Spezielle Sunrise-Verfahren sind bisher beispielsweise für Saudi-Arabien angekündigt, wobei jedes Land seine eigenen Vergaberegeln aufstellt; damit gestaltet sich auch der Beginn der allgemeinen Registrierung von Land zu Land unterschiedlich. Für den Großteil der klassischen Domain-Grabber sind die neuen Adressen noch vergleichsweise unattraktiv: ein Markt hat sich bisher nicht gebildet. Gleichwohl gilt: wer vorbeugen und Einzelheiten erfahren möchte, sollte sich über die unten verlinkte IDN-Spalte der IANA-Website zu der gewünschten Registry leiten lassen und dort weitere Informationen erhalten; so haben beispielsweise Saudi-Arabien und Russland bereits mit der IDN-Registrierung begonnen.

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