Google

schlechtes Ranking durch IDNs

Die im Jahr 2004 unter anderem unterhalb des deutschen Länderkürzels .de eingeführten internationalisierten Domain-Namen (IDNs) fristen bisher ein Schattendasein. Ein Bericht einer Münchner Medienagentur liefert nun einen neuen Erklärungsansatz.

Gerade einmal knapp 350.000 Umlaut-Domains vermeldet die DENIC eG für Ende Januar. Die IDN-Fraktion hält damit umgerechnet etwa 3,3 Prozent aller Registrierungen, ein verschwindend geringer Anteil. Fragt man nach den Ursachen, stösst man rasch auf die technischen Hürden, die mit Umlaut-Domains verbunden sind beziehungsweise verbunden waren. Der Internet Explorer von Microsoft, der am weitesten verbreitete Internetbrowser, kann die neuen Domains erst seit der Version 7 ohne zusätzliche Hilfsprogramme auflösen und somit nutzbar machen; da eine Domain, die nur wenige aufrufen können, jedoch nicht wirklich nutzt, konnten sich internationalisierte Domains trotz der Fülle an neuen Begriffsmöglichkeiten bisher zumindest kaum durchsetzen.

Der in München ansässige Internetdienstleister Mediaplant will jetzt einen weiteren Grund ausfindig gemacht haben, warum Umlaut-Domains wenig attraktiv sind. Wie man in einer Pressemitteilung erklärt, führen Umlaute wie ä, ö, oder ü in der Domain zu einem schlechten Ranking bei Google, der weltweit wohl beliebtesten Suchmaschine. Durch Umwandlung der Sonderzeichen im Punycode-Verfahren werden diese Adressen schlechter gefunden; so wird der Begriff „Münchenjob“ eher gefunden als zum Beispiel die Punycode-Variante xn--mnchenjob-q9a.de. Ähnlich verhält es sich unter anderen Top Level Domains wie .info, .net oder .biz. Mediaplant empfiehlt daher unter anderem, diese Besonderheiten bei der Registrierung zu bedenken.

Diese Ergebnisse sind nicht von der Hand zu weisen. Wer zum Beispiel nach dem Begriff „börse“ sucht, wird mit einer Umlaut-Domain kaum fündig. Allerdings nutzen die meisten Inhaber von Umlaut-Domains diese lediglich zur Weiterleitung auf ein Hauptangebot, so etwa im Fall sueddeutsche.de. Eigenständige Projekte unter einer Umlaut-Domain gibt es dagegen wenige, weshalb ein objektiver Vergleich schwer ist, da für Google das Hauptangebot zählt. Zu empfehlen ist jedoch in jedem Fall, Umlaut-Domains flankierend zu registrieren, nicht nur wenn in der Haupt-Domain ein Sonderzeichen enthalten ist, schon allein um keinen Besucherstrom zu verlieren.

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