ICANN

Beckstrom-Mail an die Community

Rod Beckstrom, frisch gekürter CEO der im kalifornischen Marina Del Rey ansässigen Internet-Verwaltung ICANN, setzt weiter auf Transparenz: in einer Botschaft auf der ICANN-Website gab er einen Ausblick auf die Projekte der nahen Zukunft.

Offener als je ein ICANN-CEO zuvor tritt Beckstrom der Community gegenüber, und bindet sie so in die Pläne der Internetverwaltung ein. Als ersten Schritt bezeichnet Beckstrom die Implementierung von internationalisierten Domain-Namen (IDNs) auf der Ebene der Top Level Domain. Sie sollen es ermöglichen, dass Geschäftsleute beispielsweise in Russland oder Indien Domains in ihrer Landessprache verwenden können, ohne durch den ASCII-Zeichensatz auf die Zeichen des lateinischen Alphabets begrenzt zu sein. Für Beckstrom zählen diese IDNs zu den bahnbrechendsten Neuerungen des Internets, weshalb er sie mit den ersten menschlichen Schritten auf dem Mond vergleicht. Zugleich stellt er eine Ausweitung von IDNs auf jede Sprachgruppe in Aussicht, die sich den IDN-Plänen von ICANN anschließen möchte. Der Rollout für die neuen Domains ist laut Beckstrom für 2010 angesetzt.

Ein heisses Diskussionsthema bleibt auch die Einführung neuer generischer Top Level Domains, wobei sich Beckstrom zur Erweiterung des Namensraumes bekennt. Das Internet sei bisher stets erblüht, wenn das Domain Name System für neue Endungen geöffnet worden sei, so Beckstrom. So habe sich kürzlich der Häuptling des Zulu-Stamms, seine Majestät König Goodwill Zwelithini kaBhekuzul bei ihm gemeldet und eine Bewerbung um das Kürzel .zulu angekündigt; auch die Bewerbungen um die Städte-Domains von New York und Berlin erwähnt Beckstrom. Bereits im ersten „memorandum of understanding“ mit der US-Regierung im Jahre 1998 habe man festgelegt, dass es eine der Schlüsselaufgaben von ICANN sei, Wege für die Einführung neuer TLDs zu finden. Elf Jahre später habe man entsprechende Mechanismen entwickelt, getestet und festgestellt, dass sie funktionieren. Konkretere Angaben liess Beckstrom jedoch noch vermissen.

Ferner will ICANN die Sicherheit des Internets mit der flächendeckenden Einführung von DNSSEC verbessern; entsprechende Testversuche mit der US-Regierung und VeriSign Inc. laufen bereits. Diese Protokollerweiterung soll sicherstellen, dass man bei Eingabe einer Domain auch tatsächlich an der gewünschten Zieladresse landet, und nicht Opfer von Phishern, Pharming oder sonstiger Schadangriffe wird. Schließlich, so Beckstrom weiter, sei die Zeit für eine Myriade von weiteren Möglichkeiten gekommen, die das Internet noch nützlicher machen; dabei deutet er als „Zuckerl“ besonders einprägsame und kurze Domain-Namen an. Steht damit die Freigabe von Adressen wie a.com oder 1.net kurz bevor?

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