Domain-Handel

GoDaddy kauft für US$ 50 Mio. zwei Domain-Portfolios

Der US-Registrar GoDaddy Inc. kaufte im Oktober 2017 für runde US$ 50 Mio. zwei Domain-Portfolios mit zusammen 300.000 Domains und setzt damit seine jahrelange Einkaufstour fort.

GoDaddy Inc. ist weltweit der größte Domain-Registrar, mit gut 55 Mio. registrierten Kunden-Domains. In den vergangenen Wochen kaufte GoDaddy für sich selbst zwei Domain-Portfolien mit zusammen rund 300.000 Domains zum Preis von US$ 50 Mio. auf. Darunter befindet sich ein Donuts-Portfolio mit rund 200.000 Domains und ein Portfolio des kanadischen Domain-Investoren Kevin Ham mit rund 100.000 Domains. Schon im Oktober 2017 bestätigte GoDaddy, rund 200.000 Domains von Name.com bzw. Rightside gekauft und dem Portfolio der Tochtergesellschaft NameFind zugeführt zu haben. Damit ging einher, dass Domains des »drop-catch«-Anbieters Name.com zukünftig über die Auktionsplattform von GoDaddy laufen werden. Verkäufer war die Registry Donuts, die Rightside im Juni 2017 für US$ 213 Mio. gekauft hatte. Das Portfolio von Kevin Ham kaufte GoDaddy eine Woche später. Ham ist ein Domainer der ersten Stunde, der 1998 neben seiner beruflichen Tätigkeit als Arzt sein Geschäft als Domainer startete und ein Portfolio mit über 300.000 Domains zusammentrug, darunter Adressen wie laptop.com und attorney.com. Jetzt verkauft er rund 100.000 Domains an GoDaddy. Unklar bleibt, welchen Preis die einzelnen Portfolien erzielten. Die einzelnen Domains kosteten GoDaddy im Schnitt rund US$ 167,–.

Dieser Durchschnittspreis läge damit deutlich unter demjenigen des 70.000 Domains starken Portfolio von Mike Berkens, das GoDaddy Ende 2015 für vermutete US$ 35,5 Mio. erstanden hat, womit die einzelne Domain US$ 500,– gekostet hätte. Ob Mike Berkens Portfolio tatsächlich diesen Kaufpreis erzielte, ist aber nicht gesichert, doch zeigte sich beim Vergleich der Quartalsberichte von GoDaddy dieser Betrag als Differenz. Das legt zumindest die Vermutung für einen Kaufpreis von US$ 35,5 Mio. nahe. Dem Kauf von Berkens´ Portfolio ging übrigens bereits im April 2015 der Kauf von etwa 200.000 Domain-Namen von Marchex voraus. Der Kaufpreis lag damals bei US$ 28,1 Mio. zuzüglich Zuschlägen.

Diese beiden erneuten Deals von GoDaddy werden voraussichtlich starken Einfluss auf den künftigen Domain-Handel haben. GoDaddys Interesse liegt im Verkauf von Domains. Wie bereits nach der Übernahme von Berkens Domain-Portfolio, werden in der Folge interessante und Premium-Domains auf den Markt kommen und vergleichsweise günstig angeboten werden. Der Markt dürfte damit weiter gesättigt werden und damit echte Premium-Deals, wie sie Rick Schwartz zuwege bringt, seltener.

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