Statistik

Die Gewinner und Verlierer der Domain-Registrierung 2017

Zum Auftakt des neuen Jahres präsentieren wir Ihnen schon traditionell keine Monatsstatistik, sondern einen Rückblick auf die Entwicklung der vergangenen zwölf Monate. Und die hatte es in sich.

»Schwere Zeiten« haben wir .com vor einem Jahr an dieser Stelle vorhergesagt und wurden Lügen gestraft: nur knapp verpasste die Königsendung einen Nettoanstieg von fünf Millionen Domains. Das ist zwar nicht so viel wie 2015, als .com um satte 8,6 Millionen Domains zulegen konnte, aber immerhin deutlich mehr als 2016, in dem es um knapp drei Millionen Domains voran ging. Offenbar gibt es nach wie vor freie und attraktive Internetadressen in ausreichender Anzahl – was ICANN die Einführung weiterer neuer Endungen schwerer machen dürfte. Potential bieten ausserdem die Länderendungen; so konnte Deutschlands .de das Ergebnis aus dem Vorjahr fast verdoppeln und um knapp 200.000 Adressen zulegen. Noch besser lief es für .at, die sich um annähernd 10.000 Domains verbessern konnte; im Jahr 2016 waren es »nur« 2.456.

Neben .com großer Gewinner bei den »legacy TLDs« ist ohne Zweifel .info. Nach erheblichen Verlusten zeigte die Kurve im letzten Jahr wieder steil nach oben; am Ende notieren die Statistiker ein deutliches Plus von 1.133.664 Domains. Erneut zu den Verlieren gehören hingegen .net, .org und .biz, die teilweise deutlich verlieren. Vor allem die Business-Domain .biz kämpft mit den neu eingeführten Endungen: Inzwischen sind drei nTLDs zahlenmäßig erfolgreicher als die vor 17 Jahren 2001 eingeführte TLD .biz.

In den exklusiven Club der Domain-Millionäre aufgestiegen sind im vergangenen Jahr zwei neu eingeführte Endungen. Nach .xyz, .top und .win im Vorjahr dürfen sich auch .loan und .club dazu zählen. Insgesamt zeigen sich die nTLDs aber so bewegt wie der Bitcoin-Kurs: .xyz konnte sich zwar an der Spitze behaupten, verlor aber über vier Millionen Domains. Nur etwas besser ging es .top, die einen Verlust von über 2,6 Millionen Domains hinnehmen muss. Dafür steigerte sich .loan gleich um über 1,5 Millionen registrierte Adressen und ist damit die bisher zweiterfolgreichste neue Domain-Endung. Unter dem Strich bleibt aber ein dickes Minus: obwohl sich die Anzahl der delegierten Endunleicht von 1.214 auf 1.226 erhöht, sank die Gesamtzahl der Domain-Namen unter neuer Endung von 27.566.309 auf 23.820.615, also annähernd 3,75 Millionen Domains. Man kann es drehen und wenden wie man will – die nTLDs stecken in der Krise.

Die aktuellen Domain-Zahlen:

.de16.313.140(Vergleich zum Vorjahr:+ 198.240)
.at1.281.301(Vergleich zum Vorjahr:+ 9.824)
.com131.895.290(Vergleich zum Vorjahr:+ 4.964.869)
.net14.477.009(Vergleich zum Vorjahr:– 816.223)
.org10.401.729(Vergleich zum Vorjahr:– 128.701)
.info6.574.694(Vergleich zum Vorjahr:+ 1.133.664)
.biz2.023.562(Vergleich zum Vorjahr:– 110.669)
.eu3.750.523(Vergleich zum Vorjahr:– 283.290)
.xyz2.640.193(Vergleich zum Vorjahr:– 4.025.540)
.loan2.397.202(Vergleich zum Vorjahr:+ 1.517.141)
.top2.155.829(Vergleich zum Vorjahr:– 2.623.715)
.club1.213.756(Vergleich zum Vorjahr:+ 302.757)
.win1.036.078(Vergleich zum Vorjahr:– 221.786)
.vip912.388(Vergleich zum Vorjahr:+ 348.501)
.online773.223(Vergleich zum Vorjahr:+ 206.199)
.wang626.815(Vergleich zum Vorjahr:– 359.777)
.site535.543(Vergleich zum Vorjahr:– 65.340)
.shop516.099(Vergleich zum Vorjahr:+ 403.459)

(Stand 1. Januar 2018)

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