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DENIC pocht auf Geheimhaltung

Mit einem klaren Votum von 90 Prozent haben die Mitglieder der genossenschaftlich organisierten DENIC, Verwaltungsstelle für das deutsche Länderkürzel .de, beschlossen, in das Rennen um die Verwaltung der generischen Top Level Domain .net einzusteigen. Die spannenden Fragen nach den Details der Bewerbung müssen vorläufig aber noch geheim bleiben.

Unter der vielversprechenden Bezeichnung Projekt NASA (.net-Application and Strategic Alternatives) stellt DENIC derzeit die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft. Die Bewerbung um .net stellt dabei einen wichtigen Baustein im Gesamtkonzept dar: Am 30. Mai 2005 läuft der bisherige Verwaltervertrag zwischen ICANN und Ex-Monopolisten VeriSign aus. Unumstritten ist die Bewerbung jedoch nicht. Zum einen schlägt sie mit einer Gebühr von US$ 200.000,– zu Buche, die im Fall des Misserfolgs nur teilweise erstattet wird. Die Kritik aus den eigenen Reihen der DENIC-Genossen gründet vor allem aber darauf, dass Details der .net-Bewerbung vorerst noch geheim gehalten werden. Und dies nicht ganz zu Unrecht, zählt der wohl schärfste Konkurrent VeriSign über seine deutsche Niederlassung, die Berliner VeriSign Deutschland GmbH, doch zu den DENIC-Mitgliedern. Zudem tauchten erste Hinweise auf die als vertraulich bezeichnete Bewerbung um .net schon vor der Generalversammlung vom 22. November im Internet auf, was den Verdacht auf gezielte Indiskretionen nährte.

Für die Internet-Community kann die DENIC-Bewerbung nur ein Gewinn sein, bedeutet sie doch, dass ein neuer, zugleich jedoch äusserst erfahrener Wettbewerber in den Markt der generischen Top Level Domains tritt und den Konkurrenzkampf von VeriSign, Afilias und Neulevel verschärft. Zudem betritt mit der DENIC ein europabasiertes Unternehmen die globale Domain-Bühne, und fördert so die Internationalisierung der Domainverwaltung. Als Abkehr vom ehernen Prinzip der non-profit Organisation will man die Bewerbung aber keinesfalls verstanden wissen. Durch die Gesellschaftsform der Genossenschaft ist man mehr als alle Mitkonkurrenten in der Internet-Community stark verwurzelt. Da auch das Kürzel .net ebenso wie .de nicht-kommerziell betrieben werden soll, ist beispielsweise im Gespräch, eigens eine Stiftung ins Leben zu rufen. Mehr Aufschluss versprechen bereits die kommenden Wochen; nach dem derzeitigen Zeitplan soll die Entscheidung über den zukünftigen Verwalter von .net im März 2004 fallen.

Die ICANN-Ausschreibung für .net findet man hier und weitere Informationen zu .net kann man sich als .pdf herunter laden.

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