WIPO

Report zeigt erste UDRP-Zahlen für 2015

Bereits Anfang Oktober erschien der Bericht des WIPO-Generaldirektors, der erste UDRP-Zahlen für 2015 bekanntgibt. Demnach steigt die Anzahl der UDRP-Verfahren weiter an, wobei die nTLDs maßgeblich dafür verantwortlich zu sein scheinen.

Der »Report of the Director General to the WIPO Assemblies« beschäftigt sich auf 32 Seiten mit allem, was WIPO zu bieten hat: Patentanmeldungen, Markenanmeldungen und so weiter. Das Thema Domain-Streitbeilegung und UDRP ist dagegen marginal, und wird auf Seite 9 des Reports in drei Absätzen abgehandelt. Detaillierte Daten liegen für 2015 noch nicht vor, doch teilt der Report zumindest mit, dass in 2015 bisher 2.015 Verfahren betrieben wurden, was im Vergleich zum gleichen Zeitraum in 2014 einen Anstieg von 3,9 Prozent bedeutet. Die neuen Endungen scheinen deutlich mitverantwortlich für den Anstieg zu sein, da sie mittlerweile (in dem Bemessungszeitraum) 14 Prozent aller Fälle ausmachen. In 2014 lag der Anteil der Verfahren um Domains unter den neuen Endungen noch bei 3,9 Prozent.

Schaut man sich aber die Zahlen aus 2013 und 2014 im Vergleich an, sieht es nicht gar so schlimm aus. Zwar verzeichnete 2013 gegenüber 2012 einen Anstieg der Verfahren um 10,4 Prozent auf 2.585 Fälle, und 2014 verzeichnete einen weiteren Anstieg um 2 Prozent auf 2.634 Verfahren. Doch zeigte sich bei der Anzahl der betroffenen Domains die Entwicklung von 2013 auf 2014 anders: die Zahl sank von 6.191 Domains in 2013 auf 5.591 in 2014, was rund 10 Prozent sind. Dabei muss man sich allerdings vergegenwärtigen, dass der Anstieg betroffener Domains von 2012 auf 2013 erhebliche 22 Prozent umfasste. Die Parteien der 2.634 in 2014 von WIPO bearbeiteten Verfahren kamen aus 108 Ländern (109 in 2013), deren Fälle von 297 (327 in 2013) WIPO-Panelisten aus 43 Ländern (50 in 2013) und in 16 (14 in 2013) verschiedenen Sprachen entschieden wurden. 13 Prozent der Verfahren betrafen Domains unter Länderendungen, sowohl 2013 als auch 2014. Waren in 2013 70 Länderendungen mit einer UDRP-ähnlichen Policy bei WIPO vertreten, sind es nun in 2015 71 Länderendungen. Im Hinblick auf den Anteil von 14 Prozent von Verfahren in 2015, die Domains unter nTLDs ausmachen, werden diese die Länderendungen, die in den Vorjahren immer 13 Prozent betrugen, übertreffen.

Für 2015 macht der aktuelle Report des Generaldirektors noch keine detaillierteren Angaben. Den Überblick über das Jahr 2015 wird es voraussichtlich erst im März 2016 geben. Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass bei steigenden Domain-Zahlen die Verfahrenszahlen sinken. Andererseits, bei inzwischen über 298 Mio. Domains, fallen jährlich bei WIPO und NAF zusammen rund 6.000 Streitbeilegungsverfahren jährlich an – viel ist das nicht.

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