WIPO-Bericht

Anstieg der UDRP-Streitigkeiten

Am 17. März 2014 legte die World Intellectual Property Organization (WIPO) ihren Jahresbericht 2013 vor. Die Anzahl von UDRP-Verfahren nahm leicht zu, die Anzahl umstrittener Domains noch mehr.

Alle Jahre wieder legen WIPO und das National Arbitration Forum (NAF) ihre Berichte über UDRP-Verfahren für das vergangene Jahr vor. Seit jetzt fünfzehn Jahren sind die Gerichte aktiv. Die Zahl der Streitbeilegungen angesichts der Anzahl tatsächlich registrierter Domains bleibt marginal. Die WIPO vermeldete 2.585 UDRP-Fälle im Jahr 2013, was 10,4 Prozent mehr als im Vorjahr sind. Die Anzahl der in Streit befindlichen Domains erhöhte sich um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 6.191, der höchsten Zahl umstrittener Domains jemals bei WIPO. Damit summiert sich die Zahl der UDRP-Verfahren bei der WIPO auf 28.000 mit insgesamt 51.500 Domains in 15 Jahren.

Die Parteien der 2.585 Verfahren kamen aus 109 Ländern, deren Fälle von 327 WIPO-Panelisten aus 50 Ländern und in 14 verschiedenen Sprachen entschieden wurden. Dabei lag Englisch als Entscheidungssprache vorne, gefolgt von Spanisch, Chinesisch, Französisch und Deutsch. Die mittlerweile 70 mit dem WIPO-Verfahren verbundenen Länderendungen machten 13 Prozent aller Fälle aus, was eine Steigerung um 1 Prozent gegenüber 2012 darstellt. In 2013 sind .fm (Mikronesien), .gd (Grenada) und .ml (Mali) als ccTLDs hinzugekommen, bei denen Domain-Streitigkeiten nach UDRP entschieden werden können. Am meisten von Cybersquatting betroffen waren Rechteinhaber aus den Branchen Handel, Mode und Banken und Finanzen. Das Gros der generischen Endungen betraf selbstverständlich .com mit 66,4 Prozent, was einen sehr deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr (74,84 Prozent) bedeutet. Hingegen legten die Endungen .org und .net jeweils deutlich zu: .org von 487 Fällen (10,49 Prozent) in 2012 auf 869 Fälle (15,19 Prozent) in 2013 und .net von 322 Fällen (6,94 Prozent) in 2012 auf 539 Fälle (9,42 Prozent) in 2013. Es folgen .info, .biz und .mobi wie zuvor, jedoch verdrängte .asia .xxx vom 7. Platz der WIPO-Verfahren. Erfreulicherweise legten die streitenden Parteien in jedem fünften Fall vor der Entscheidung den Streit bei. In den entschiedenen Fällen führten 91 Prozent zu einem Transfer der Domain zum Markeninhaber.

Im Auftakt zu dem WIPO-Bericht spricht General-Direktor Francis Gurry von der Unsicherheit der Markeninhaber angesichts der Vergrößerung des Namensraums im Internet mit Einführung der neuen Endungen. Anschließend heißt es in dem Bericht, dass mit den ersten neuen Domain-Endungen sich die Aufmerksamkeit auf Registrierungen in diese Domains richtet und sich nun zeigen wird, inwieweit Rechteinhaber die Budgets der Rechtsabteilungen in neue Domains investieren. Das sehr geringe Interesse der Markeninhaber am Trademark Clearinghouse zeigt allerdings, dass es um die Investitionen der Rechteinhaber in den Schutz ihrer Werte bisher nicht gut bestellt ist. Über den Sinn der Einführung des Trademark Clearinghouse lässt sich nicht mehr streiten: es ist da. Dann sollte man als Markeninhaber es auch nutzen, um das Budget für Rechtsstreite gering zu halten.

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