UDRP

WIPO legt Jahresreport für 2016 vor

Nachdem wir bereits im Dezember 2016 einen Blick auf die UDRP-Zahlen bei der World Intellectual Property Organization (WIPO) für 2016 geworfen haben, schauen wir uns diesmal den offiziellen Bericht der WIPO zu Domain-Streitbeilegungen im vergangenen Jahr an, der vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde.

WIPO berichtet in ihrem Report von einem Allzeithoch von 3.036 Fällen, die unter der Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy (UDRP) 2016 geklärt wurden. Das ist ein zehnprozentiger Anstieg gegenüber dem Vorjahr. 16 Prozent dieser Verfahren betrafen Domains mit neuer generischer Endung, 14 Prozent Länderendungen. Gestritten wurde um insgesamt 5.374 Domains. 3.135 davon waren .com-Domains (66,89 Prozent). Mit – im Vergleich – lediglich 321 Domains lag die neue Endung .xyz an zweiter Position (6,85 Prozent). Darauf folgte .net mit 272 Fällen (5,8 Prozent). An der vierten Position reihte sich mit .top (153 Domains, 3,26 Prozent) wieder eine nTLD ein.

Die streitenden Parteien kamen aus 109 Ländern. Die meisten Anträge kamen mit 895 Fällen aus den USA. Dem folgten 466 Fälle aus Frankreich und 273 Fälle aus Deutschland. Großbritannien war mit 237 Fällen dabei und die Schweiz mit 180 Fällen. Frankreich verzeichnete unter diesen dabei mit 38 Prozent die höchste Steigerungsrate an Streitbeilegungsverfahren gegenüber dem Vorjahr. Bei den Beschwerdeführern aller Fälle kamen 12 Prozent aus dem Bereich Banken und Finanzen, 9 Prozent aus dem Modebereich, und ebenfalls 9 Prozent aus der Schwerindustrie. Auf dem ersten Platz der Liste der Beschwerdeführer steht der PhillipMorris Konzern mit 67 Fällen, gefolgt von AB Electrolux (51 Fälle) sowie Hugo Boss, Lego und Michelin mit jeweils 42 Fällen. Für die WIPO waren 305 Fachleute aus 47 Ländern tätig, die die Verfahren in 15 verschiedenen Sprachen führten.

Die Anzahl der Fälle addiert sich von 1999 bis zum Ablauf des Jahres 2016 zu 36.122 auf; betroffen waren über 66.705 Domain-Namen. Mit 3.036 war die Anzahl der Verfahren in 2016 höher als je zuvor. Doch die Anzahl von 5.374 Domains, um die in 2016 gestritten wurde, stellt nicht den Höchststand dar. Im Jahr 2014 standen 5.603 Domains in 2.634 Verfahren im Streit. Den Höchststand bisher weist aber das Jahr 2013 auf, bei dem um 6.191 Domains in 2.585 Verfahren gestritten wurde. Ist die Anzahl der Verfahren tatsächlich maßgebend für das Allzeithoch, oder sind es doch eher die Domains, um die gestritten wird?

Die Statistik-Seite von WIPO finden Sie hier

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