porn.com

Premium-Domain wurde entführt

Vor kurzem machte die Meldung die Runde, dass die begehrte Domain porn.com entführt worden sei. Doch binnen 24 Stunden gab es Entwarnung: die Domain sei auf dem Weg zurück zum Inhaber. Die Hintergründe der Domain-Entführung bleiben vorerst im Dunkeln.

Am 06. August 2014 meldeten bekannte Domain-Blogs: porn.com, eine der größten und besten Webseiten für Erwachsenen-Unterhaltung, sei von einem Unbekannten entführt. Bereits am 7. August 2014 gab der Inhaber der Domain via xbiz.com Entwarnung: die Domain porn.com sei gerettet. Wie es zu dem Diebstahl kam, ist derzeit noch unklar. Klar ist, dass der jetzige Inhaber die Domain 2007 zum Preis von US$ 9,5 Mio. gekauft hat und dieses Geschäft der drittteuerste öffentlich bekannt gewordene Domain-Verkauf ist. Sobald der Inhaber die Entführung bemerkte, waren die Anwälte von Porn.com, Corey D. Silverstein und Paul Keating, zusammen mit Larry Walters rund um die Uhr aktiv und versuchten, die Domain zum Registrar Moniker zurückzuholen. Mit der Entführung ging die Domain zu einem anderen Registrar. Dort war zunächst ein Anonymisierungsdienst als Inhaber eingetragen. Am Morgen des 07. August stand laut the domains.com jedoch ein gewisser »lakshmishankar arunkumar« als Inhaber unter der Anschrift »Steel Authority of India Ltd« im WHOIS. Die Steel Authority of India Ltd. ist ein indischer Stahlkonzern, der unter sail.co.in zu finden ist und bei dem es unwahrscheinlich scheint, dass er mit der Entführung zu tun hat. Laut der offiziellen Erklärung von porn.com, veröffentlicht auf xbiz.com, sei es dem unermüdlichen Wirken der Anwälte, die auch gleich ein UDRP-Verfahren beantragt hatten, unter der Zusammenarbeit mit VeriSign zu danken, dass die Domain so schnell wieder zurück zu ihrem ursprünglichen Inhaber kam. Zugleich heißt es in der Meldung, dass der Service unter porn.com nicht eine Sekunde ausgefallen sei und Kunden keine Nachteile erlitten.

Unklar bleibt weiterhin, wie es zu der Entführung hat kommen können. Derzeit dirigieren die Anwälte eine eingehende Untersuchung der Hintergründe, die zur Entführung von porn.com führten. Ergänzend spricht porn.com eine gut gemeinte Drohung an alle Registrare aus, die unüberlegt eine Domain wie porn.com im Auftrage eines Kunden zu sich transferieren: porn.com ist allzeit bereit, massive rechtliche Schritte gegen jeden Registrar anzuwenden, der nicht unverzüglich einen solche Domain-Diebstahl wieder in Ordnung bringt.

Welche Folgen ein gelungener Domain-Diebstahl mit sich bringt, zeigt nach wie vor das Beispiel von sex.com. Die Domain wurde im September 1995 ihrem damaligen Inhaber Gary Kremen gestohlen. Fortan war Stephen Cohen Inhaber, bis dieser die Domain 2000 an Gary Kremen zurückgeben musste. Was blieb, war eine Schadensersatzklage über US$ 65 Mio., mit der Kremen Cohen überzog. Nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten landete die Domain im Jahr 2006 schließlich für kolportierte US$ 14 oder US$ 12 Mio. bei Escom LLC, um dann 2010 über Sedo für US$ 13 Mio. erneut verkauft zu werden.

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