New York

Uni-Studie untersucht »Soundsquatting«

Die Palette an Rechtsverletzungen durch Domain-Namen ist um eine Variante reicher geworden: ein Team von der Stony Brook University in New York kam dem so genannten »Soundsquatting« auf die Spur.

Unter »Cybersquatting« wird üblicherweise das rechtsmissbräuchliche Registrieren von Domain-Namen verstanden. Eine Untergruppe bildet das so genannte Typosquatting; dabei macht sich der Rechtsverletzer wie im Fall wetteronline.de und wetteronlin.de nahe liegende Tippfehler zu Nutze. Eine neue Studie der Stony Brook University in New York mit dem Titel »Soundsquatting: Uncovering the use of homophones in domain squatting« hat nun eine neue Untergruppe ausgemacht. Wie Nick Nikiforakis, einer der fünf Autoren, erklärt, beruht die Studie auf den so genannten Homophonen. Darunter versteht man ein Wort, das wie zum Beispiel im Fall von Ferse und Verse oder Leib und Laib zwar die gleiche Aussprache, jedoch eine unterschiedliche Bedeutung hat. Für die englische Sprache verweist die Studie auf das Beispiel weatherportal.com und whetherportal.com. Anders als beim Typosquatting liegt also kein Tippfehler vor, sondern eine bewusste Abweichung von einem gleichklingenden Wort.

Die Studie stellt nun die laut Webdienst Alexa 10.000 meistbesuchtesten Webseiten in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung und ermittelt dabei 8.476 für Soundsquatting anfällige Domains. Immerhin 1.823 (22 Prozent) davon waren bereits zu Gunsten unberechtigter Dritter registriert. So kommt etwa Youtube auf drei Fälle von Soundsquatting: yewtube.com (wird zum Verkauf angeboten), ewetube.com (leitet weiter auf eine Verkaufsseite für Vitamine) und utube.com (ist vollgepflastert mit bunten Bildern). Von den 1.823 unberechtigt registrierten Domains werden 1.037, umgerechnet also 57 Prozent, zu Schadzwecken im weitesten Sinn genutzt. Zu den Ergebnissen der Studie gehört dabei auch, dass im Durchschnitt Webseiten mit niedrigem Alexa-Rang genauso betroffen waren wie solche mit hohen Rang. Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der potentiellen Soundsquatting-Domains in der Regel deutlich niedriger liegt als die potentiellen Varianten beim Typosquatting; dementsprechend liegen die Kosten für defensive Registrierungen auch preisbewussten Markeninhabern weniger auf der Tasche.

Im nächsten Schritt arbeiten Nikiforakis und seine Kollegen an einem Werkzeug namens AutoSS (AutoSoundSquatter), das automatisch für Soundsquatting anfällige Domains recherchiert. Zudem soll es auch andere Sprachen als Englisch erfassen; angedacht ist vorerst Französisch. Aktuell besteht aber noch erheblicher Forschungsbedarf, so dass es der Öffentlichkeit noch nicht zur Verfügung steht.

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