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Ron Jackson veröffentlicht »State of the Domain-Industry 2018«

Ron Jackson, Betreiber der Brancheninformationsseite dnjournal .com, befragte wie alle Jahre führende Experten der Domain-Industrie nach Vergangenheit und Zukunft des Domain-Handel.

Zum 14. Mal in Folge befragte Ron Jackson 24 bekannte Unternehmensführer, Domain-Investoren, Domain-Entwickler, Domain-Broker, Domain-Monetarisierer, Gründer und Juristen nach ihren Eindrücken zum Domain-Jahr 2017 und was ihrer Meinung nach für 2018 erwartet werden kann. Mit dabei waren bekannte Gesichter wie Tobias Flaitz (Sedo), Michael Castello, Michael Gilmour und Domain-Jurist Zak Muscovitch. Die Stimmen sind vergleichsweise einhellig. Für alle war das Jahr 2017 das, in dem die Domain-Industrie Kryptowährungen wahrgenommen hat. Das führte einerseits dazu, dass entsprechende Domains einen rasanten Aufstieg erfuhren, und in Mengen und zu guten Preisen gehandelt wurden. Mit den Kryptowährungen ging auch der Blockchain-Hype einher, der sich seinerseits in Domain-Verkäufen, aber auch in konkreten technischen Domain-Projekten niederschlug. So prüft VeriSign, inwieweit die Blockchain-Technik für DNS-Sicherheit eingesetzt werden kann. Auf der anderen Seite wandten sich viele Domain-Investoren von Domains ab und den Kryptowährungen zu. Das führe zu weniger Bietern in Domain-Auktionen, meint Morgan Linton. Aber es ist damit zu rechnen, dass Kryptogeld wieder zurück in die Domain-Wirtschaft fließt.

Davon profitieren wird .com, die ihre Führungsposition gefestigt und die inzwischen erwachsen gewordenen neuen Domain-Endungen auf die Plätze verwiesen hat. Gesucht seien jetzt nur die besten der besten .com-Domains; Kate Buckley spricht insoweit von »Ultra-Premium Domains«, die zu hervorragenden Preisen verkauft werden. Ob alle Preise hochgehen, bleibt dabei unklar. Es wird erwartet, dass nur die Einwort- und Zweiwort sowie Einbis Drei-Zeichen-.com-Domains wirklich hohe Preise erzielen, aber ansonsten die Preise von .com und anderen Endungen sinken. Andrew Rosener meint, dass bisher unter .io-Domains zu findende Technologie-Unternehmen derart gereift sind, dass sie jetzt ihre .com-Domains beanspruchen werden und das nötige Geld haben, entsprechende Domains zu kaufen. Bei der Preisgestaltung wird auch der indische Domain-Markt mitwirken, der immer stärker aufblüht. Allenthalben sehen die Befragten eine Schwächung von Social Media Plattformen, da Unternehmen jetzt langsam begriffen, dass die eigene Domain und die eigene Plattform goldeswert sind und man sich aus der Abhängigkeit von Facebook und Co. befreien müsse. Darüber hinaus gehen im Grunde alle davon aus, dass der Konsolidierungsprozess in der Domain-Industrie weiter fortschreitet: Es werden weiter große Domain-Portfolios gekauft und unter einem Dach zusammengeführt werden, und neue Endungen werden neue Verwaltungen finden.

Bei alldem ist die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO bzw. GDPR) der Elefant im Raum, den zumindest Sedo, PIR (.org) und einige andere bereits bemerkt haben und nun daran arbeiten, fristgerecht die geforderten Standards zu implementieren. Für Brian Cute (PIR) steht Sicherheit an oberster Stelle: DNSSEC und Verschlüsselung werden für immer mehr Kunden relevant. Die DSGVO wird Unternehmen dazu anhalten, anders zu arbeiten und helfen, eine neue Sicht auf den Datenschutz weltweit zu gewinnen. Die dadurch entstehenden Herausforderungen werden kleine wie große Unternehmen über das Jahr 2018 hinaus begleiten.

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