Squeeze-Out

United-Internet übernimmt Sedo

Squeeze-Out bei Sedo: der börsennotierte Internet-Provider United Internet AG mit Sitz in Montabaur hat angekündigt, die Domain-Handelsplattform Sedo Holding AG vollständig übernehmen zu wollen.

Man schrieb den Januar 2000, als sich Tim Schumacher, Ulrich Priesner, Marius Würzner und Ulrich Essmann in Köln zusammentaten, um die Sedo GmbH zu gründen. Der Name „Sedo“ steht dabei für »Search Engine for Domain Offers«; welche Werte in einem Domain-Namen stecken, dürften damals aber selbst noch nicht einmal die vier Gründer zu hoffen gewagt haben. In rund zehn Jahren gelang es ihnen, die weltweit größte Domain-Handelsplattform aufzubauen, mit über 3.500 verkauften Domain-Namen im Monat und einem Transaktionsvolumen von über EUR 6 Mio. ebenfalls pro Monat. Inzwischen beschäftigt Sedo ca. 150 Mitarbeiter aus mehr als 30 Nationen an den Standorten Köln, London und Boston.

So viel Erfolg blieb auch der United-Internet AG nicht verborgen. Bereits im Februar 2001 hatte man sich an der Gesellschaft beteiligt und die Beteiligung weiter ausgebaut. Nunmehr steht die vollständige Übernahme kurz bevor: Wie die im TecDAX gelistete United-Internet AG am 2. Oktober 2013 mitteilte, hat man über die United Internet Ventures AG die bisher von den Sedo-Gründern gehaltenen 4.461.379 Aktien an der Sedo Holding AG, deren Tochter die Sedo GmbH ist, zum Kaufpreis von EUR 2,60 je Aktie erworben und ihren Anteil an der Sedo Holding AG damit auf 96,05 Prozent erhöht. Dabei verfolgt man das Ziel, die von der Sedo Holding AG betriebenen Geschäftsfelder Affiliate-Marketing und Domain-Marketing stärker in die strategische Weiterentwicklung der United Internet Gruppe einzubinden. Vor diesem Hintergrund hat die United Internet Ventures AG ein Squeeze-Out-Verfahren gemäß §§ 327a ff. AktG bei der Sedo Holding AG eingeleitet, um so Minderheitsaktionäre zwangsweise ausschliessen zu können. Den Minderheitsaktionären bleibt der Trost, dass sie für ihre Anteile abgefunden werden.

Gründer Tim Schumacher begrüsste die Entscheidung. Die Privatisierung von Sedo entlaste die Gesellschaft erheblich von Kosten, die eine AG sonst zu tragen habe, und erlaube, sich intensiver auf den Kern zu konzentrieren – die Kunden und die Produkte. Er selbst schließe damit ein wichtiges Kapitel seines Lebens ab. Schumacher war bereits am 31. Dezember 2011 aus persönlichen Gründen aus dem Sedo-Vorstand ausgeschieden und in den Aufsichtsrat gewechselt.

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