Domain-Escrow

Wenn der Mittler mitverdient

Kritischer Punkt des Domain-Handels ist immer die Übertragung von Domain und Kaufpreis. Über Jahre haben sich zahlreiche so genannte Escrows etabliert, die für einen reibungslosen Leistungsaustausch sorgen. Andrew Allemann hat sich drei der renommiertesten Escrow-Dienstleister angeschaut.

Domain-Escrow ist eine der wichtigsten Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Domain-Handel. Beim Kauf und Verkauf von Domains kennen sich die Parteien des Geschäfts oft nicht. Über Grenzen und Kontinente werden Domains und Geldbeträge übertragen. Viele Domain-Käufer sind bei solchen Geschäften ihr Geld los geworden, ohne je die Domain zu erhalten. Aber auch Domain-Verkäufer übertrugen Domains, erhielten aber nie Geld. In dieses Dilemma tritt der Escrow als Mittler zwischen Verkäufer und Käufer. Er nimmt das Geld des Käufers als Treuhänder entgegen und sorgt dafür, dass der Kaufbetrag an den Verkäufer erst ausgeschüttet wird, wenn die Domain ordentlich übertragen wurde und der Käufer im WHOIS als Domain-Inhaber eingetragen ist. Einige Escrows werden sogar selbst kurzfristig als Domain-Inhaber eingetragen. Doch diese Dienstleistung gibt es nicht umsonst. Der Vermittler, der Escrow, verdient am Domain-Handel mit. Bei der Wahl des Escrows kann es deshalb für preissensible Naturen von Interesse sein, die Gebühren der Dienstleister zu vergleichen.

Andrew Allemann ist Domain-Investor und betreibt seit vielen Jahren sein Weblog domainnamewire.com. In einem aktuellen Artikel schaut er sich die drei Escrow-Dienstleister Escrow.com, Payoneer und Escrow.domains im Hinblick auf ihre Preisgestaltung an. Er verglich die unterschiedlichen Preise für unterschiedliche Zahlungsmethoden und für die der Dienstleistungen bei unterschiedlichen Kaufpreisen. In dem Vergleich der drei zeigen sich zum Teil deutliche Unterschiede. So bietet lediglich Escrow.domains auch die Zahlung in Bitcoin an. Payoneer bietet noch nicht einmal die Zahlung per PayPal an. Die Zahlung per Kreditkarte führt zu vergleichbaren Gebühren von 3,0 bis 3,5 Prozent, doch nimmt Escrow.domains eine weitere Gebühr von US$ 20,–. Auch die Transaktionskosten differieren deutlich, konsolidieren sich aber bei Kaufpreisen von US$ 100.000,–, bei denen alle drei rund US$ 900,– veranschlagen.

Leider beschränkte sich Allemann auf US-amerikanische Dienstleister und ließ einige bekannte Namen wie Afternic oder Sedo aus, wobei Sedo mit Escrow.domains zusammenarbeitet. Aber die Frage nach den Kosten ist für viele Nutzer nicht ausschlaggebend. Oft haben Laien mit solchen Diensten zu tun und brauchen deshalb Hilfe vom Escrow-Dienstleister. Guter Support tut dann Not. Auch die Zeit, die die Übertragung von Domain und Kaufpreis in Anspruch nimmt, ist ein wesentliches Kriterium. Je sicherer ein Escrow ist, desto länger kann der Transfer dauern, da eine etwaige Überprüfung der Parteien unter Umständen den Ablauf verzögert. In jedem Fall sollte der Escrow, den man nutzen möchte, Lizenzen, etwa von den Finanzbehörden des Landes, in dem er sitzt, aufweisen.

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