we.com

Höhepunkte des Domain-Verkaufsmarktes

Im Domain-Newsletter veröffentlichen wir regelmäßig eine Liste der höchsten Domain-Verkäufe. Neben diesen wöchentlichen Domain-Verkäufen tauchen immer wieder einzelne Domain-Deals auf, die besonders sind, sei es der Domain-Name, der Preis oder das Zustandekommen. In den vergangenen Tagen kam da gleich mehreres zusammen.

Die preishöchste Meldung dürfte der Verkauf der Domain we.com über Sedo sein. Über den Preis der Domain verlautbarte freilich nichts, aber angesichts des Umstands, dass es nur 676 Zwei-Zeichen-Domains unter .com gibt, von denen ein sehr geringer Teil wie bei we.com auch ein Wort darstellt, lässt das die Preisvorstellung in die Höhe schießen. Die Domain we.com ist seit bereits März 1992 registriert. Ihr letzter Inhaber war Alf Temme, auf den die Domain seit Oktober 2006 registriert war. Neuer Inhaber ist die Xiamen eNameNetwork Co., Ltd. mit Sitz in China. Über den gezahlten Preis weiss man – wie gesagt – bisher nichts. Aber vergleichbare Domains werden üblicherweise im Millionenbereich gehandelt, selbst wenn sie keine Bedeutung aufweisen: fb.com erzielte US$ 8,5 Mio., mi.com im April 2014 US$ 3,6 Mio., mm.com im Juli 2014 US$ 1,2 Mio, wobei Zwei-Zeichen-Domains auch zu deutlich niedrigeren Preisen gehandelt werden. Doch we.com ging an ein chinesisches Unternehmen, womit bei der aktuellen Zahlungsfreudigkeit in China mit einem enormen Preis zu rechnen ist.

Ein schöner Verkauf, wenn auch nicht so exzeptionell wie der von we.com, stellt der von fun.co für US$ 70.000,– dar. Von dem hochpreisigen Deal über die kolumbianische Domain berichtet Mike Mann, dessen domainmarket.com die erst vor kurzem erworbene Domain fun.co verkaufte. Mit diesem Preis ist fun.co die neuntteuerste .co-Domain, die bisher gehandelt wurde.

Von einem Deal besonderer Art, der wegweisend für die neuen Endungen ist, berichtet Elliot Silver: Adam Freeman (Großbritannien) habe ihm eine eMail geschickt, in dem der erzählt, wie er eine .money-Domain für US$ 90.000,- verkaufte. Den Kauf bestätigte eine Mitarbeiterin von escrow.com, das Unternehmen, über das der Handel schließlich abgewickelt wurde. Um welche Domain es sich handelt, teilte Freeman wegen einer Vertraulichkeitsabrede nicht mit. Er berichtet in seiner eMail, er habe die Domain für US$ 3.000,- beim Early Access Program (EAP) von Donuts erworben. Im Mai erhielt er via eMail vom Käufer zunächst ein Angebot über US$ 10.000,– für die Domain, das dieser nach einer Absage von Freeman auf US$ 40.000,– erhöhte. Freeman nahm sich nach diesem Angebot ein paar Tage Bedenkzeit. Schließlich erklärte er, die Domain nicht unter US$ 125.000,– verkaufen zu wollen. Daraufhin bot der Käufer US$ 90.000,– und Freeman ging auf US$ 105. 000,– herunter. Der Käufer reagierte nicht mehr, weshalb Freeman nach sieben Tagen auf ihn zuging und sich mit US$ 90.000,– einverstanden erklärte, wenn er das Geschäft publik machen dürfe, um so bei seinen anderen Domains zu profitieren. Damit zeigte sich der Käufer einverstanden, wenn er und der konkrete Domain-Namen nicht genannt würden. Die Verhandlungen der Parteien dauerten insgesamt drei Wochen und mündeten in einen für alle Seiten erfreulichen Abschluss.

Schließlich ist da noch die Domain ringtones.com, die im Rahmen einer Auktion mit 218 Bietern einen neuen Inhaber fand, der bereit war, für dieses Auslaufmodell US$ 105.000,– zu zahlen. Noch in 2010 erzielte die Domain den Preis von US$ 750.000,–. In der Zwischenzeit wechselte sie wohl noch ein paar Mal den Inhaber, ehe sie jetzt ihren aktuellen Käufer fand. Der Markt für Klingeltöne ist weitestgehend überholt, die Gebote für die Domain waren dementsprechend gering: lediglich 6 Bieter der 218 gingen über US$ 20.000,–, berichtet Michael Berkins auf thedomains.com. Ob der neue Inhaber mit der Domain glücklich wird, wird sich zeigen.

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