Domain-Handel

70.000 Domains verkauft – Mike Berkens macht Kasse

Das Domain-Jahr 2015 endet mit einem Paukenschlag: der erfahrene Domainer, Blogger und Jurist Mike Berkens hat nahezu sein gesamtes Portfolio an Domain-Namen an den US-Registrar GoDaddy Inc. verkauft. Zum Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart.

Etwa 70.000 Domains zählt das Portfolio, welches Berkens bisher über die ihm gehörende Unternehmung Worldwide Media Inc. gehalten hat. Enthalten sind Adressen wie 373.com, faculty.com, carauctions.com oder ibill.com, aber auch Domains, die vorwiegend für kleine Firmen gedacht sind, wie etwa bikerentals.com, eventplanning.co und kitchenchef.com. Wie GoDaddy in einer Pressemitteilung bekanntgab, sollen die Domain-Namen weiterverkauft werden; dazu will man sie in Afternics Fast Transfer Network (DLS) listen. Afternic zählt zu den grössten Handelsplattformen für Domains weltweit, und wurde 2013 ebenfalls von GoDaddy übernommen. Details wie die Höhe des Kaufpreises wurden nicht bekannt, und obwohl Berkens als Blogger sonst mit vielen Hintergrundinformationen glänzt, muss er in diesem Fall eisern schweigen, da er sich vertraglich zum Stillhalten verpflichtet hat. Spekulationen, dass der Kaufpreis im dreistelligen Millionen-Bereich gelegen habe, liess er daher unkommentiert. Er ließ sich lediglich den Hinweis entlocken, dass keine nTLDs im Portfolio enthalten sind.

Mehr Einblick gab Berkens in die Gründe, warum er sich für den Verkauf entschieden hat. So habe sich seine Frau Judi im August 2015 einer komplizierten Rückenoperation unterziehen müssen; es gehe ihr zwar inzwischen deutlich besser, die Phase der Rehabilitation dauere aber an. Dann sei der von ihm verehrte Domainer Igal Lichtman verstorben, dessen Domains er dann auf Auktionen gesehen habe; da sei in ihm die Idee gereift, bei einem geeigneten Angebot auch die eigenen Domains zu verkaufen. Mit GoDaddy habe er bereits lange in Geschäftsbeziehung gestanden. Künftig wolle er nicht mehr rund um die Uhr arbeiten und auch weniger bloggen, lediglich bei Twitter seine Gedanken teilen. Ganz aus der Branche zurückziehen möchte sich Berkens aber nicht; so bleibt er beim Beratungsunternehmen Right of the Dot LLC. tätig und startet unter adult.domains ein Angebot für Domains mit Inhalten für Erwachsene. Dem Rest seines Portfolios will er sich ausserdem unter the.domains widmen.

GoDaddy setzt damit seine Einkaufstour fort. Im April 2015 hatte der weltgrößte Registrar bereits über 200.000 Domain-Namen von Marchex gekauft. Der Kaufpreis lag damals bei US$ 28,1 Millionen plus Zuschlägen. Marchex selbst hatte einen Teil dieses Portfolios vom Domain-Investor Yun Ye erworben; der Kaufpreis soll im Jahr 2005 bei US$ 164 Millionen gelegen haben. Vor allem die Kunden von GoDaddy sollen von den Zukäufen profitieren; ist eine Domain zwar vergeben, als Teil des Unternehmensportfolios jedoch verfügbar, kann sie exklusiv an den GoDaddy-Kunden verkauft werden – gegen Aufpreis, versteht sich.

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