nTLDs

Uniregistry erhöht – teils erheblich – die Preise für 16 Domain-Endungen

Geiz war geil: die auf den Cayman Islands ansässige Domain-Verwalterin Uniregistry Corp. hat angekündigt, ab August 2017 die Preise für einen Teil der von ihr verwalteten neuen Top Level Domains drastisch zu erhöhen. Andere nTLD-Verwalter geben sich vorerst bedeckt.

Mit insgesamt 27 verwalteten nTLDs und über 850.000 registrierten Domains zählt Uniregistry mit ihrem CEO Frank Schilling an der Spitze zu den weltweit zehn größten nTLD-Registries. Entsprechend groß war die Aufregung, als Schilling Anfang März ankündigte, beginnend ab dem 21. August 2017 die Großhandelspreise für 16 nTLDs zum Teil drastisch zu erhöhen.

Keine Frage: Wir benötigen für diese Domain-Endungen höhere Einnahmen, vor allem von jenen mit geringen Registrierungszahlen,

gab Schilling bei domainincite.com zu Protokoll. Wenn man nTLDs mit nur 5.000 registrierten Domains verwalte, dann müssen die Gebühren höher sein, allein um die Existenz dieser Endung zu rechtfertigen. Betroffen von der Änderung sind folgende nTLDs:

nTLD alter Preis neuer Preis reg. Domains
.audio US$ 9,33 US$ 100,00 9.220
.blackfriday US$ 26,67 US$ 100,00 2.230
.christmas US$ 20,00 US$ 50,00 3.734
.click US$ 4,67 US$ 7,00 159.390
.diet US$ 13,33 US$ 100,00 4.312
.flowers US$ 17,67 US$ 100,00 2.264
.guitars US$ 20,00 US$ 100,00 1.854
.help US$ 13,33 US$ 20,00 44.147
.hiphop US$ 13,33 US$ 100,00 1.953
.hosting US$ 20,00 US$ 300,00 6.292
.juegos US$ 9,33 US$ 300,00 1.185
.link US$ 6,67 US$ 7,00 376.245
.pics US$ 13,33 US$ 20,00 17.659
.property US$ 20,00 US$ 100,00 13.311
.sexy US$ 13,33 US$ 40,00 19.438
.tattoo US$ 20,00 US$ 30,00 2.885

Bei den angegebenen Preisen handelt es sich um den Großhandelspreis gegenüber Registraren; die Endpreise für die Domain-Inhaber können davon – zum Teil erheblich – abweichen, zumal häufig zusätzliche Leistungen miteinfliessen. Allerdings zwingen hohe Einkaufspreise die Registrare in der Regel auch zu höheren Endpreisen gegenüber ihren Kunden. ICANN hat keine Möglichkeit zur Intervention; jede nTLD-Registry kann die Preise beliebig erhöhen, muss dies lediglich sechs Monate vorher ankündigen.

Der Domain-Experte George Kirikos wies darauf hin, dass Uniregistry mit diesem Schritt gegen die eigene Ankündigung in den bei ICANN eingereichten Bewerbungsunterlagen verstößt. In Ziffer 18.C.2 der Bewerbung für .audio heißt es beispielsweise:

Uniregistry intends to make a contractual commitment to registrants and their registrars not to increase registry prices above cost of inflation for the first five years after launch of the registry.

Seit dem Start der Sunrise-Phase für .audio am 5. Juni 2014 sind jedoch weit weniger als fünf Jahre vergangen, bis die erste Preiserhöhung einsetzt. Im Übrigen gilt die Preiserhöhung auch für bereits registrierte Domains; eine Art Bestandsschutz ist insoweit also nicht vorhergesehen. Da es an den Registraren liegen wird, die unerfreuliche Nachricht an ihren Kunden weiterzugeben, ist Ärger vorprogrammiert; sinkende Registrierungszahlen nimmt Uniregistry ohnehin in Kauf.

Andere Registries halten sich zu künftigen Preiserhöhungen vorerst bedeckt. Sandeep Ramchandani, Vizepräsident und Business Head bei Radix FZC, betonte:

Wir haben derzeit keine Absicht, die Großhandelspreise zu erhöhen.
Radix verwaltet bisher neun TLDs, die populärste ist .site mit gut 700.000 Registrierungen. Stattdessen setzt man darauf, die zum Teil bescheidenen Registrierungszahlen – .press kommt auf rund 50.000 und .host auf gut 60.000 Domains – mit Nachlässen und Rabattaktionen zu steigern. Andee Hill von Donuts gab an, dass man keine Pläne habe, die Preise zu erhöhen; dies gehöre nicht zum Business-Plan von Donuts. Im Gegenteil habe man den Registraren gegenüber etwaige Möglichkeiten zur Erhöhung »dramatisch limitiert«. In diese Kerbe schlug auch Colin Campbell, CEO von .club; auch dort habe man sich mit den Registraren darauf verständigt, dass innerhalb der ersten fünf Jahre die Gebühren nur inflationsbedingt oder maximal um 15 Prozent erhöht werden dürfen. Jedoch sollte man nicht verschweigen, dass auch .com und .net regelmässig die Preise erhöht haben; dort verhindern lediglich vertragliche Vereinbarungen mit der US-Regierung eine von der Registry VeriSign Inc. freie Festsetzung der Gebühren.

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, oder weitergegeben.
Bitte füllen Sie die gekennzeichneten Felder aus.*

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Der Domain-Newsletter von domain-recht.de ist der deutschsprachige Newsletter rund um das Thema "Internet-Domains". Unser Redeaktionsteam informiert Sie regelmäßig donnerstags über Neuigkeiten aus den Bereichen Domain-Registrierung, Domain-Handel, Domain-Recht, Domain-Events und Internetpolitik.

Top