nTLDs

Donuts senkt Domain-Preise im ersten Jahr

Donuts Inc., Verwalterin von knapp 200 neuen Top Level Domains, kontert die Preiserhöhungen der Konkurrenz auf ganz eigene Weise: für dutzende nTLDs will die in Bellevue (US-Bundesstaat Washington) ansässige Registry die Großhandelspreise auf deutlich unter US$ 10,– drücken.

Anfang März 2017 kündigte Uniregistry an, die Großhandelspreise für 16 nTLDs teilweise drastisch zu erhöhen. So sollen zum Beispiel .hosting-Domains statt wie bisher US$ 20,– in Zukunft US$ 300,– im Jahr kosten. Damit war der Damm gebrochen: erstmalig legte eine namhafte Registry offen, dass nicht jede neu geschaffene Top Level Domain rentabel betrieben werden kann, wenn die Registrierungszahlen nicht stimmen. Mitte März 2017 legte die gTLD Registries Stakeholder Group (RySG), ein Interessensverband von Domain-Verwaltern, nach: in einem Schreiben an die Internet-Verwaltung ICANN forderte die RySG, die an ICANN zu zahlende Quartalsgebühr für mindestens ein Jahr um 75 Prozent zu senken. Darüber hinaus solle ICANN einen Fond auflegen und in diesen US$ 3 Mio. einlegen, um damit weltweit Marketing für nTLDs zu betreiben.

Bei Donuts geht man dagegen einen anderen Weg: das Unternehmen, das derzeit 197 nTLDs mit etwas über 2 Millionen registrierten Domains verwaltet, setzt auf die Billiglösung. Beginnend mit dem 1. April 2017 hat Donuts die Großhandelspreise für rund 60 nTLDs auf unter US$ 5,– im ersten Jahr gedrückt; dazu gehören zum Beispiel .credit (3.090 registrierte Domains), .cash (rund 8.000 registrierte Domains) und .soccer (rund 2.500 registrierte Domains). Bei einigen nTLDs setzt Donuts den Preis sogar auf rund US$ 2,– herab; hierzu gehören .accountants (1.293 registrierte Domains), .technology (28.355 registrierte Domains) sowie .world (51.745 registrierte Domains). Der Großteil aller übrigen nTLDs von Donuts kostet für den Großhandel um die US$ 10,–. Selbst hochpreisige Endungen wie .casino werden deutlich günstiger; sie kosten statt US$ 150,– nur US$ 20,–. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass diese Preise nur im ersten Jahr der Registrierung gelten und im Übrigen die Endkundenpreise bei den Registraren deutlich höher liegen, schon weil sie zumeist weitere Leistungen mitverkaufen.

Wer daher ein dauerhaftes Interesse an seiner Domain hat, für den dürfte das Donuts-Angebot wenig spannend sein. Dessen ungeachtet muss sich Donuts fragen lassen, ob man sich damit einen Gefallen tut, denn die günstigen Preise dürften vor allem Spekulanten und Spammer auf den Plan rufen mit der Folge, dass das Image einzelner nTLDs langfristig schweren Schaden nehmen kann.

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