Domaining

Haben sich die Domain-Preise auf dem Secondary Market verdoppelt?

Mike Mann ist einer der frühen Domainer, der schon in den 90er Jahren den Wert von Internet-Domains erkannte. Aktuell teilte er auf Twitter mit, dass seine Domain-Verkaufsplattform domainmarket.com doppelt so hohe Domain-Preise als noch vor 18 Monaten erziele.

Mike Mann stieg 1998 in das Domain-Geschäft ein, berichtet Paul Sloan auf cnet.com. Mann betrieb seinerzeit einen ISP, als ihm jemand US$ 25.000,– für seine Domain menus.com anbot. Schon einen Tag später hatte er ein Angebot über US$ 50.000,– für diese Domain. Am Folgetag stieg Mike Mann ins Domain-Business ein. Im Laufe der Jahre gründete er Unternehmen wie BuyDomains, phone.com, seo.com sowie die non-profit Organisation grassroot.org. Mit seiner Handelsplattform domainmarket.com, dem »world’s best online store for the purchase of super-premium .Com domain names«, macht er aktuell von sich reden. Via Twitter verkündete Mann, dass sich der durchschnittliche Domain-Preis auf domainmarket.com in den vergangenen 18 Monaten auf US$ 3.200,- verdoppelt habe. Bereits im Dezember 2016 hatte Mann auf Facebook mitgeteilt, die Preise seien im Schnitt von um die US$ 1.300,– auf rund US$ 2.600,– gestiegen.

Die Angaben beziehen sich allein auf die Preise, die Mike Mann auf seiner Verkaufsplattform domainmarket.com erzielt, auf der er über 270.000 Domains anbietet. Es fragt sich allerdings, wie solche Steigerungen zustande kommen. Denn dass der Domain-Markt insgesamt derart angezogen hat, lässt sich nicht sagen. Vielmehr sieht es danach aus, als hätten die zuvor preistreibenden Geschäfte auf dem chinesischen Markt nachgelassen. Hinzu kommt, dass GoDaddy große Teile aus dem im März 2016 für US$ 35,5 Mio. erstandenen, 70.000 Domains starken Portfolio von Michael Berkens zu günstigen Preisen verkauft hat. Das dürfte die Preise insgesamt gedrückt haben. Tatsächlich teilt Mike Mann mit, dass die Preissteigerung auf vier Faktoren beruhe:

  • schlechte Domains wurden gelöscht
  • mehr großartige Domains wurden gekauft
  • nTLDs scheitern als konkurrierendes Investitionsobjekt
  • überwiegend liege das aber an den Formulierungen auf der neuen Landing-Page

Wer durch Eingabe einer Domain aus dem Sortiment von Mann in den Internetbrowser auf die Landing-Page von domainmarket.com kommt, erfährt auf einen Blick kurz und knapp, was die Vorteile einer Premium-Domain sind. Dass aber gerade das ausschlaggebend sein soll, überzeugt nicht.

Es ändert freilich nichts daran, dass die besseren Preise, die Mike Mann auf domainmarket.com nach eigenen Angaben erzielt, auf harter Arbeit beruhen: die ständige Pflege und Überprüfung der eigenen Domain-Bestände und ihre Ergänzung. Davon kann jeder andere Domainer ein Lied singen.

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