Domain-Bewertung

neues 2-Techniken-Modell

„Wie bewertet man eine Domain“ ist eine der Kernfragen des Domain-Handels, die sich sicher nie zu 100 Prozent korrekt beantworten lässt. Und welches Modell nutzt man zur Bewertung: Hält man sich an allgemeine Bewertungssysteme, über die man selbst die Domain bewerten kann, oder nutzt man wissenschaftliche Methoden? Welches ist der bessere Weg?

Im Internet findet man zahlreiche Angebote zur Domain-Bewertung. Vielfach kann man die Bewertungen selbständig durchführen. Das wird gerne von Domain-Inhabern genutzt. Aber wie fundiert diese in der Regel kostenfreien Bewertungssysteme sind, und ob deren Ergebnis auf dem Markt vom Käufer akzeptiert wird, ist die Frage. Daneben gibt es auch wissenschaftliche Wege der Domain-Bewertung, die statistische und andere Methoden nutzen.

Alex Tajirian unterscheidet in einem Artikel zwischen dem „Appraisal“ und der „Valuation“, die beinahe synonym sind und beide mit „Bewertung“ und „Schätzung“ gleichermaßen übersetzt werden können. Doch unterscheidet Tajirian „Valuation“ dadurch, dass sie von anderen Forschern wiederholt werden kann; „Appraisals“ sind hingegen nicht überprüfbar. Nun kann auch ein „Appraisal“ eine Domain vertretbar und gut bewerten, aber nach Tajirian ist eine statistische Vorgehensweise, wie sie die „Valuation“ zu Grunde legt, zuverlässiger.

Die Argumente, die der statistischen Methode entgegen gehalten werden, greifen nach Ansicht von Tajirian nicht durch. So wird erklärt, nur Domain-Fachleute können Domains wirklich bewerten, weil allein sie über die nötige Erfahrung und Erkenntnisse verfügen. Statistiken verfügten nicht über den notwendigen Feinsinn und könnten nicht alle Variablen der Wirklichkeit berücksichtigen. Auch lägen zu wenig Daten vor, die im Rahmen einer statistischen Bewertung zu vernünftigen Ergebnissen führen; schließlich seien die Ergebnisse einer Statistik sowieso nicht nachvollziehbar. Nun, Tajirian begegnet diesen Argumenten in der Regel mit einer Studie über Rechtsstreite und die Voraussage von Richtern, wie diese ausgehen, denen Voraussagen aufgrund einer statistischen Erhebung von 628 Entscheidungen entgegengestellt wurden. Das Ergebnis wies eine Trefferquote von 75% für die statistische Vorausschau gegenüber 59,1 % bei den Juristen. Dabei hatte man für die statistische Erhebung lediglich sechs Faktoren herangezogen.

Was sagt das nun über die bessere Methode bei Domains aus? Tajirian ist der Überzeugung, man könne dieses Szenario auf die Domain-Bewertung übertragen, mit der Folge, dass eine wissenschaftliche Bewertung von Domains zu besseren Ergebnissen führe. Ob man allerdings Geld in eine kostspielige, wissenschaftlich gestützte Bewertung investieren will, bleibt die Frage. Das hängt auch von der Qualität des Domain-Namens ab. Domain-Namen, die sich nicht aus Begriffen, die man im Wörterbuch findet, ableiten, sind für eine wissenschaftliche Preisbewertung nicht geeignet. Hingegen sind Domain-Namen, die sich aus dem Wörterbuch nähren, für eine solche Untersuchung interessant. Doch erhält man schon einen vertiefenden Qualitätseindruck, wenn man sich im Internet informiert: wie oft taucht der Begriff auf, gibt es Google-Werbung, die den Begriff nutzt und aufgreift, und wie hoch ist das Traffic-Volumen, das über die Domain fließt.

Ob freilich überhaupt eine Bewertung sinnvoll ist, ist dann eine ganz andere Frage: Eine Domain ist letzten Endes nur so viel Wert, wie der Käufer bereit ist zu zahlen.

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