Domain-Auktionen

(k)ein Markt für Endkunden?

Nach wie vor dreht sich die Welt der Domainer um sich selbst. Das zeigt sich besonders bei Domain-Auktionen: Auktionslisten werden nur kurzfristig veröffentlicht, so dass sich andere als Domainer gar nicht mit den Auktionen auseinandersetzen und als Bieter auftreten können.

Domain-Auktionen waren nie und werden niemals für Endnutzer inszeniert, meint Andrew Allemann von domainnewswire.com, nachdem viele sich darüber beklagt haben, dass die Auktionslisten regelmäßig erst wenige Tage vor einer Auktion veröffentlicht werden. Für den Endkunden einer Domain ist der Zeitraum zu knapp. Unternehmensorganisationen haben viel zu lange Wege, um kurzfristig zu entscheiden, dass einm Domain-Name gesteigert werden darf, ganz zu schweigen von der Einordnung eines Höchstgebots.

Doch auch wenn Auktionslisten Monate vor der Veranstaltung veröffentlicht würden, würde sich kein Endkunde drum kümmern. Die Hürden seien einfach zu hoch, meint Allemann: Die, die Domains zu guter Letzt kaufen sollen, sind kaum zu erreichen; schon ihre Aufmerksamkeit zu erregen ist schwierig. Ihre Aufmerksamkeit zu erringen und sie dann noch zur Auktion zu bitten, zu bestimmten Zeiten, mit besonderen Regeln und in Konkurrenz mit vielen anderen, findet Allemann verrückt.

Die Versteigerung der Domain cowboys.com ist ein gutes Beispiel, das Allemann heranzieht, um deutlich zu machen, was passiert, wenn Endnutzer an einer Domain-Auktion teilnehmen. Die Dallas Cowboys boten im Oktober 2007 für die Domain und erhielten bei US$ 275.000,– den Zuschlag. Doch sprangen die Cowboys dann vom Geschäft ab, was ein Fehler gewesen sein dürfte: der Domain-Name hätte dem Verein gut angestanden. Wie auch immer, der Domain-Inhaber gab die Domain wieder zur Auktion frei und wurde sie nur eine Woche später zu US$ 370.000,– los.

Die Ansicht von Allemann ist nicht unumstritten. Eigentlich könnten zumindest professionelle Investoren auch am Domain-Geschäft teilhaben, meint David J. Castello, Gründer und COO von CCIN (Castello Cities Internet Network), einer der ältesten und erfolgreichsten Domainer-Gesellschaften. Die haben das nötige Kapital, und die Möglichkeiten der Wertsteigerungen bei Domains gehören mit in ihre Interessensgebiete. Allerdings gehört auch das Wissen um den Domain-Markt und den technischen Gegebenheiten wie SEO dazu, das wohl nicht so einfach zu haben ist wie das über Goldpreise. Andere Stimmen plädieren für bessere Aufklärung seitens der Auktionshäuser oder schon über die Parking-Angebote. So sollen einerseits an Branchen orientierte Domain-Auktionen stattfinden, was Sedo bereits bei den Reisedomains umgesetzt hat, und diese Auktionen über PR-Aktionen in die jeweilige Branche getragen werden. Andererseits sollte auf jeder Parkingseite ein Link zu einer einheitlichen, industrieweit genutzten Informationsseite geschaltet werden, auf der der unwissende Internetnutzer sich über Domain-Parking und anderes informieren kann.

Was bleibt ist, dass – zumindest zur Zeit – Endnutzer nicht das richtige Publikum für Domain-Versteigerungen sind. Versteigerungen sind für diese gar nicht gedacht. Und dass man Domains an Endkunden anders verkaufen muss, zeigen die Geschäfte, die Rick Schwartz alle paar Monate aufweist. Mit dem Telefonhörer in der Hand, kann man sich den Endnutzer suchen, ihm den Wert der Domain deutlich machen und sie zum angemessenen Preis an den Mann bringen. Oder man nutzt die Technik von Mickie Kennedy, der erklärt, er habe in der Zeit von Februar 2006 bis August 2008 gut US$ 2,4 Mio. beim Verkauf von Domains im Preissegment unter US$ 1.000,– an Endkunden gemacht – ohne den Telefonhörer in die Hand zu nehmen. Die Teilhabe an seinem Wissen lässt er sich ordentlich bezahlen und wie seriös sein Angebot ist, haben wir nicht geprüft.

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