Domain-Auktion

Verwirrung um emojis.com-Versteigerung

Dass es bei Domain-Auktionen auch einmal nicht mit rechten Dingen zugehen kann, zeigte vergangene Woche die Versteigerung um emojis.com bei NameJet.

Angesichts der immer mehr Raum greifenden Mode, Emojis zu setzen anstelle von vielen Worten, erweist sich die Domain emojis.com als gute Zukunftsinvestition. Bei der Versteigerung der Domain vergangene Woche bei der Domain-Börse NameJet war ein Preis zwischen mindestens US$ 10.001,– und 25.000,– gefordert. 98 Bieter machten mit und gaben zusammen 106 Gebote ab, ehe Bieter »strawberrycheesecake« beim Gebot von US$ 26.100,– den Zuschlag erhielt. Kaum zehn Minuten später meldete sich dieser per eMail beim Zweithöchstbietenden »beforethedot«, der bei US$ 25.900,– ausgestiegen war. »strawberrycheesecake« erklärte, er sei beim Bieten für die Domain davongetragen worden, und ob er, »beforethedot«, noch an der Domain interessiert sei.

Natürlich könnte es sein, dass »strawberrycheesecake« tatsächlich einfach wild drauflos geboten hat und zu spät merkte, dass er über seine Verhältnisse handelte. Allerdings hat er schon früher einmal an ein oder zwei Auktionen teilgenommen. Zudem fragt sich, wie er so schnell an die eMail-Adresse des anderen Bieters gelangen konnte. Möglicherweise liegt ein so genanntes Frontrunning vor. Beim Frontrunning bietet man auf eine Domain, die man sofort wieder verkaufen will und die man erst mit dem Geld bezahlt, dass man für deren Verkauf erlangt. Sollte ein solcher Frontrunner das Geld nicht kurzfristig zusammenbekommen und aus diesem Grund sein Gebot nicht bezahlen, spricht man von einem »shill-bidding«. Daneben besteht die Möglichkeit, dass »strawberrycheesecake« zu Gunsten des Verkäufers versuchte, den Preis hochzutreiben oder sogar, dass der Domain-Inhaber selbst dahintersteckte. So oder so zeigte sich die Domainerwelt empört.

Bleibt die Frage, was mit einer ersteigerten Domain passiert, wenn für sie nicht gezahlt wird. NameJet bringt Domains, deren Ersteigerer nicht zahlen, üblicherweise in eine neue Auktion. Man könnte die Domain jedoch auch dem Zweithöchstbietenden zuschlagen, wobei das Gebot als Maßstab zu nehmen wäre, welches er gegeben hatte, bevor der Shill-Bidder ins Spiel kam. Doch soweit scheint es im Falle emojis.com nicht gekommen zu sein: Eine Stimme auf Konstantinos Zournas Blog onlinedomain.com erklärte, der Käufer habe bereits bezahlt, gab jedoch nicht an, woher er das weiss. Am 08. August 2017 gab es allerdings eine WHOIS-Änderung zum Domain-Namen emojis.com, die darauf schliessen lässt, dass tatsächlich eine Zahlung erfolgte: Die Domain hat jetzt einen europäischen Inhaber.

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